Bartels, Dominik: Black Taxi

33533341zHeute möchte ich euch mal einen Roman vorstellen, der von einem Thema bzw. einer Region dieser Welt handelt, über die ich ehrlich gesagt bisher noch nicht sehr viel wusste: Nordirland. Natürlich habe ich schon vom Terror der IRA, dem Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten und der damit einhergehenden politischen Spannung gehört, aber die Hintergründe kannte ich bisher nicht.

In Dominik Bartels Roman „Black Taxi“ verschlägt es den 17-jährigen Martin zu Beginn der Geschichte nach Belfast. Nach dem Tod seiner Eltern soll sein gesetzlicher Vormund entscheiden, wo Martin studieren soll und die Wahl fällt ausgerechnet auf Belfast – eine Stadt, mit der Martin ebenfalls nur die negativen Dinge verbindet, die man von Zeit zu Zeit mal in den Medien mitbekommt. Das ist für den Leser natürlich eine tolle Ausgangslage, denn gemeinsam mit Martin entdeckt man im Laufe der Handlung Belfast und erfährt vieles über diesen nun schon lange andauernden Konflikt, der weit mehr beinhaltet als eine Terrororganisation, die Angst und Schrecken verbreitet. Weiterlesen

Advertisements

Wichmann, Daniel: Ella – Ein Hund fürs Leben

9783855357949Daniel befindet sich in einer Situation, in der sich wohl abertausende Männer befinden: Die Freundin spricht ständig von Zukunftsplänen, Kindern und Karrierestufen. Er selbst hat aber noch gar nicht so wirklich das gefunden, was er machen möchte. Er weiß nur, was er nicht möchte, nämlich erwachsen werden und sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.

Weiterlesen

Sandjon, Chantal-Fleur: Serienunikat

9783839001684Chantal- Fleur Sandjon ist Spoken Word Künstlerin, Ernährungswissenschaftlerin und eine echte Kosmopolitin, die schon in zahlreichen Orten auf der Welt gelebt hat.

Nun hat sie ihr erstes Buch geschrieben: Serienunikat.

Vorab: Der Titel ist wirklich grandios. Ich war schon von dem Titel alleine total begeistert, die Leseprobe hat mich dann aber wirklich umgehauen und so konnte ich gar nicht anders, als dieses Buch zu lesen.

Weiterlesen

Beyer, Anja Saskia: Himbeersommer

cover-himbeersommerAnja Saskia Beyer ist mal wieder so eine Autorin, über die man in der Rezension zu ihrem Buch etwas erzählen sollte.

Meistens vernachlässige ich den Autor ja etwas in meinen Buchbesprechungen, sondern rezensiere nur das Gelesene.

Aber hier soll das anders sein: Anja Saskia Beyer ist nämlich Drehbuchautorin und Dramaturgin beim Fernsehen. Und zwar nicht irgendeine, sondern sie arbeitet oder arbeitete bereits bei fast allen wichtigen Daily Soap- oder Telenovela- Produktionen. Unter anderem übrigens bei meiner absoluten Lieblingsdaily: „Verliebt in Berlin“, die ja leider nicht mehr im Fernsehen läuft.

Das Berufsbild von Anja Saskia Beyer lässt natürlich einige Vorurteile zu: Entweder im negativen Sinne, das man denkt, das Buch wäre super dialogüberfrachtet und echt oberflächlich, oder im positiven Sinne, dass man erwartet, dass das Buch einen mit einer schönen „Verliebt in Berlin“- Folge in Spielfilmlänge versorgt.

Weiterlesen

Kürthy, Ildikó von: Freizeichen

buchcoverNeulich erst habe ich mir das A und O eines Blogs durchgelesen. Sollte man ja gelegentlich mal, immerhin existiert dieser Blog erst ein paar Monate. Dort stand als oberstes Gebot, dass ein Blog ABWECHSLUNGSREICH sein sollte. Je mehr dem Blog- Leser geboten wird, desto besser.

Nun ein Bekenntnis: Ich schaffe das einfach nicht. Wenn mir ein Autor gefällt, dann will ich auch alles von ihm lesen, was ich zwischen die Finger bekomme. Und dann will ich euch sofort mitteilen, was mich an dem Buch begeistert oder enttäuscht hat und ob ich es euch empfehlen würde.

Deshalb nun mal wieder ein Buch einer meiner Lieblingsautorinnen, von der ich bereits ein anderes (nämlich „Mondscheintarif“) hier rezensiert habe – sorry!

In meinem Adventskalender war dieses Jahr eines der wenigen Bücher von Ildikó von Kürthy, das ich noch nicht kenne, und zwar „Freizeichen“.

Dieses doch recht unscheinbar dünne Büchlein weckte bei mir erst ein bisschen Skepsis, aber die Autorin läuft absolut zu ihrer Hochform auf. Dieses Buch steckt wieder so voller Lebens- und Liebesweisheiten wie eben „Mondscheintarif“.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Annabel Leonhard führt eine Beziehung. Diese ist weder besonders gut, noch besonders schlecht, sie ist eben da, man hat sich arrangiert, man kennt sich bis ins kleinste Detail und eigentlich ist alles gut. Aber Annabel zweifelt daran, ob das wirklich alles ist, was das Leben für sie bereithält oder ob sie eigentlich noch ein paar Abenteuer erleben sollte. Also fliegt sie für einige Tage zur ihrer durchgeknallten Tante Gesa nach Mallorca, um sich darüber klar zu werden, ob sie ihr Leben genau so möchte, wie es ist. So weit, so gut.

Natürlich verliebt sie sich direkt am ersten Tag unsterblich in einen seeehr geheimnisvollen Typen (ja, das kann schon auch in echt so passieren!!!).

Mit ihm fängt sie einen kleinen Flirt an.

Nebenbei trifft sie dann die Hauptfigur aus „Mondscheintarif“, Cora Hübsch, die zufällig auch auf Mallorca Urlaub macht und deren Freundin Sonja, die blöderweise gerade versucht, sich an Annabels Freund heranzumachen.

Am Ende (Achtung, Spoileralarm) gibt’s ein Happy End, alle sind glücklich, nichts ist passiert.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass das ein absolutes 0-8-15- Buch sei und eine Geschichte wie Millionen andere auch. Aber ich finde, dass in Ildikó von Kürthys Büchern immer noch mehr steckt als nur die oberflächliche Geschichte, die sie erzählt. Sie erklärt die Frauen-  und Männerwelt auf eine ganz eigene Weise, die mich immer wieder innehalten und schmunzeln lässt, weil sich einfach jeder darin wiedererkennt. Ihre Heldinnen sind keine perfekten Geschäftsfrauen oder absoluten Traumfrauen, wie das häufig in den amerikanischen Schmonzetten der Fall ist, sondern ganz normale Frauen, die gegen die gleichen Probleme kämpfen wie jede andere Frau auch und einem dabei immer Mut machen, denn am Ende klappt es ja immer bei ihnen! Und träumen muss ja erlaubt sein.

Also: Keine hohe Literatur, natürlich nicht. Aber absolut perfekt für einen Mädelsabend, den man nur mit sich und der Hauptfigur aus dem Roman feiert. Im Bett und mit Schokolade. Denn so schlimm sind zwei Kilo mehr ja auch nicht, oder?

3 von 5

Titel: Freizeichen
Autor: Ildikó von Kürthy
ISBN-13: 978-3942656665
Seitenzahl (Gebundene Ausgabe): 240 Seiten
Verlag: Springer
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 13. September 2013

Siepen, Stefan aus dem: Die Entzifferung der Schmetterlinge

die_entzifferung_der_schmetterlinge-9783423142083Es ist ja immer interessant zu schauen, was für einen beruflichen Hintergrund der Autor eines Buches hat. Denn seien wir ehrlich – die meisten Autoren verdienen ihr Geld nicht mit dem Schreiben von Büchern, sondern brauchen noch weitere Möglichkeiten, um über die Runden zu kommen.

Die meisten sind Journalisten oder Lehrer oder irgendwas anderes mit viel Freizeit. Bei Stefan aus dem Siepen war ich allerdings wirklich überrascht! Der Herr ist nämlich im diplomatischen Dienst tätig und arbeitet im Planungsstab des Auswärtigen Amtes. Eine wichtige Persönlichkeit, könnte man also sagen, der mit Sicherheit einen mehr als gut ausgefüllten Berufsalltag hat.

Trotzdem schreibt er „nebenbei“ Bücher. Und zwar sehr gute, habe ich mir sagen lassen. Mein Erstling von ihm war nun „Die Entzifferung der Schmetterlinge“, in dem Aus dem Siepen einen Protagonisten beschreibt, der ihm wahrscheinlich auf den ersten Blick so fremd sein muss wie kaum ein anderer.

Die Hauptfigur Peter Nauten sei ein „Nachfahre des Eichendorffschen Taugenichts“ heißt es im Klappentext und das trifft es auf den Punkt.

Nauten ist ein absoluter Niemand und damit nicht mal besonders unglücklich. Er lebt sein Leben und weiß, dass er im Grunde ein ziemlicher Versager ist, aber das ist okay.

Auf knapp 220 Seiten wird sein Leben beschrieben, von der frühesten (glücklichen) Kindheit an, über die Jugendjahre, das Studium der Alten Sprachen, das er zugunsten eines Versicherungsjobs aufgeben muss, eine gescheiterte Ehe und später über das Dasein als Kellner in einem 50er- Jahre- Szenelokal und noch viel später über das Leben als Hausbesitzer auf Wangerooge.

Und dabei sind diese 220 Seiten niemals langweilig! Aus dem Siepen beschreibt Nauten so liebevoll und aus so einem wohlwollenden, fast väterlichen Blickwinkel, dass man ihn einfach ins Herz schließen muss, auch wenn er eigentlich über keinerlei liebenswerte Eigenschaften verfügt. Er existiert eben und allein das macht ihn in dem Roman schon zu einer liebenswerten Kreatur.

Man kann mit dem Buch sicherlich seine Probleme haben. Ich denke, dass „Die Entzifferung der Schmetterlinge“ ein Buch ist, das man entweder liebt – oder sterbenslangweilig findet.

Ich habe es definitiv geliebt, von der ersten Seite an. Und das, obwohl eben nichts passiert. Obwohl Nautens Leben so unaufregend ist und vom Scheitern und Schicksalsschlägen geprägt ist. Und Nautens Lebenswerk, die Entzifferung der Schmetterlinge, auch nicht vollendet wird. Was es damit genau auf sich hat, möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten, denn diese Tätigkeit ist so voller Symbolhaftigkeit und so voller Metaphorik, dass sie sich nur schwer in Worte fassen lässt, ohne zu viel vorwegzunehmen.

Mein Fazit ist also positiv. Ich bin nicht so restlos begeistert wie der Journalist der Nürnberger Zeitung, der schrieb, dass er das Buch gleich zweimal gelesen hat, aber es ist definitiv ein Buch, dass ich in ein paar Jahren nochmal lesen werde und dass mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es von den Kritiken sehr gemischt aufgenommen wurde und jeder etwas anderes empfindet, wenn er mit Nauten als Persönlichkeit konfrontiert wird. Macht euch am besten selber ein Bild.

(Als Weihnachtsgeschenk würde ich es allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen, dafür ist es vielleicht zu speziell.)

4 von 5

Titel: Die Entzifferung der Schmetterlinge
Autor: Stefan aus dem Siepen
ISBN-13: 978-3423142083
Seitenzahl (Broschierte Ausgabe): 224 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 1. April 2013

Simmons, Charles: Salzwasser

salzwasser„Salzwasser“ ist ein ziemlich unscheinbares Büchlein mit dem überschaubaren Umfang von gerade mal 144 Seiten. So kam es auch, dass es ziemlich lange Zeit in den Tiefen meines Bücherregals stand und keinerlei Beachtung fand. Zu Unrecht, wie ich jetzt herausgefunden habe!

Das Buch mag nicht als dicker Wälzer daherkommen, der randvoll mit hoher Literatur gefüllt ist, aber die Literatur – die findet man!

Weiterlesen