Hornby, Nick: Slam

nick-hornby-slamDas Buch „Slam“ von Nick Hornby habe ich in der Schule gelesen. Im Englischunterricht. In der neunten Klasse. Obwohl ich schon damals natürlich eine echte Leseratte war und kaum ein Buch in der örtlichen Stadtteilbibliothek vor mir sicher war, konnte man mich mit englischer Lektüre eigentlich noch nie wirklich begeistern. Ich lebe gerne in einem Buch, tauche völlig in die Geschichte ein. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ich dem Sprachfluss wirklich folgen kann. Lesen sollte und soll für mich keine „Arbeit“, keine Anstrengung bedeuten, sondern gerade von dieser im Alltag ablenken.
Und seien wir mal ehrlich, die meisten Englischlehrer sind nicht gerade für ihren Humor bekannt und meine bildeten da keine Ausnahme.
Dementsprechend skeptisch war ich also, als ich mir damals „Slam“ von Nick Hornby kaufen musste (zu einer Zeit, als ich „About a boy“ noch nicht mal als Film kannte). Und was soll ich sagen: Ich habe es GELIEBT! Ich weiß noch genau, wie ich damals morgens in der U-Bahn noch einen Teil gelesen habe, weil ich am Tag vorher keine Lust dazu gehabt hatte und einen Lachanfall vor allen Leuten bekommen habe, weil dieses Buch einfach so einen genialen Humor hat. Viele Szenen habe ich sogar bis heute noch ziemlich detailliert im Gedächtnis. Weiterlesen

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Green, John: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

9783446240933Wow. Ich bin absolut geflashed von diesem Buch. Ich muss ehrlich sagen – ich hätte das, was ich gerade gelesen habe, so nicht erwartet, auch wenn die tausenden von Rezensionen natürlich bereits zur Genüge dargestellt haben, dass dieses Buch großartig ist. Dennoch war ich skeptisch, ob mir der Roman mit den gerade mal knapp 300 Seiten nicht zu flach, zu mitleidserheischend bleiben würde. Aber Pustekuchen.

Hazel hat Krebs. Und Augustus hatte mal Krebs und hat in Folge dessen nur noch ein Bein. Die beiden lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen und verlieben sich schnell ineinander. Doch beide sind tickende Zeitbomben, die nicht wie normale Teenager ihrem Leben entgegenblicken können, sondern die jederzeit damit rechnen müssen, dass es vorbei ist.

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von Kürthy, Ildikó – Mondscheintarif

ildikoMondscheintarif. Das meistgelesenste Buch meines Lebens. Häufiger gelesen als die Kinder von Bullerbü bekommt es hier auf dem Blog endlich seine Rezension, nachdem ich neulich das Hörbuch mal wieder herausgesucht und angehört habe.

Immer. Wirklich immer, wenn ich unglücklich verliebt oder sehnsüchtig verliebt war oder einfach nur mit einer Rotznase im Bett lag, habe ich dieses Hörbuch gehört. Und gehört, dass es anderen Frauen auch schlecht geht. Und dass am Ende immer alles gut wird.

Der Fuß ist eine noch weitgehend unerforschte Problemzone der Frau. Wie wahr! Schon der erste Satz spiegelt all das wider, was ich schon längst mal sagen wollte.
Okay okay, das ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber diese Geschichte ist einfach so herzzerreißend schön und traurig und lustig und man weint und man lacht und man lacht beim Weinen.
Okay. Vielleicht ist auch das ein bisschen übertrieben. Geweint habe ich nicht. Gelacht schon. Traurig gelacht auch. Okay. Das ist die Wahrheit.

Aber ich neige immer, wenn es um dieses Buch geht zur Melodramatik und Ildikó von Kürthy erlaubt dies in ihren Büchern auch immer allen Frauen und versteht sie dabei so gut und kann alle weiblichen irrationalen Verhaltensweisen so perfekt erklären und herleiten. Mein Gott, muss diese Frau glücklich sein. Sie versteht einfach alles.

Die Geschichte ist an sich erstmal klassisch stereotypisch: Eine Frau (Cora Hübsch, wie hübsch, haha) wartet auf den Anruf eines Mannes. Doktor MED Daniel Hoffmann (Danni- Schatz, haha). Und während dieser Warterei wird in Rückblenden die Geschichte der beiden erzählt. Vom ersten Treffen bis zum Warten am Samstagabend. Unterbrochen werden die Rückblenden immer mal wieder durch Ereignisse in der Gegenwart (eben an besagtem Samstagabend): Anrufe der besten Freundin (häufig, da häufig ein neuer Erkenntnisstand eintritt), Anrufe des besten Freundes (häufig, da häufig neue Fragen auftauchen), Anrufe der Mutter (man hat ja sonst nichts zu tun im besten Alter am Samstagabend) und dann kommen auch noch die Nachbarn und demolieren mal kurz im Streit die Wohnung. Alles normal.

Aber eben nicht normal ist diese Liebesgeschichte, diese Weisheit, dieser Humor, diese Liebe zur Liebe und zum Leben. Hach. Ich bin verliebt. In dieses Buch. In diese Sprache. Ich weiß, das ist mädchenhaft. Dieses Buch ist mädchenhaft. Ich weiß, ich sollte lieber zu Brechts gesammelten Werken greifen. Ich weiß, ich habe samstagabends einfach Besseres zu tun. Aber ich werde dieses Hörbuch hören oder wahlweise das Buch lesen (je nach Stimmung). Und die Stimmung ist immer melancholisch- mitfühlend, wenn man Cora Hübschs Lebensgeschichte liest.

Achtung, Spoiler!

Am Ende gibt es ein Happy End…

5 von 5

Titel: Mondscheintarif
Autor: Ildikó von Kürthy
Sprecher: Ildikó von Kürthy
ISBN-13: 978-3866108547
Länge: 217 Minuten
Verlag: Argon Verlag, Audio CD
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2011

Verollet, Mischa-Sarim: Irgendwas mit Menschen

mischa

Tja, Kurzgeschichten. Tja, Slammerbücher. Ist ja beides irgendwie nichts so meins. Poetry Slam Texte höre ich am liebsten live vorgetragen und Kurzgeschichtenbände sind auch noch nie so wirklich meins gewesen. Vielleicht, weil ich es nicht schaffe, mich alle fünf Minuten auf eine neue Geschichte einzustellen, ich weiß es nicht.

Trotzdem habe ich „Irgendwas mit Menschen“ des Poetry Slammers Mischa- Sarim Vérollet gelesen – mit positivem Ausgang!

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