Bartels, Dominik: Black Taxi

33533341zHeute möchte ich euch mal einen Roman vorstellen, der von einem Thema bzw. einer Region dieser Welt handelt, über die ich ehrlich gesagt bisher noch nicht sehr viel wusste: Nordirland. Natürlich habe ich schon vom Terror der IRA, dem Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten und der damit einhergehenden politischen Spannung gehört, aber die Hintergründe kannte ich bisher nicht.

In Dominik Bartels Roman „Black Taxi“ verschlägt es den 17-jährigen Martin zu Beginn der Geschichte nach Belfast. Nach dem Tod seiner Eltern soll sein gesetzlicher Vormund entscheiden, wo Martin studieren soll und die Wahl fällt ausgerechnet auf Belfast – eine Stadt, mit der Martin ebenfalls nur die negativen Dinge verbindet, die man von Zeit zu Zeit mal in den Medien mitbekommt. Das ist für den Leser natürlich eine tolle Ausgangslage, denn gemeinsam mit Martin entdeckt man im Laufe der Handlung Belfast und erfährt vieles über diesen nun schon lange andauernden Konflikt, der weit mehr beinhaltet als eine Terrororganisation, die Angst und Schrecken verbreitet. Weiterlesen

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Hein, Christoph: In seiner frühen Kindheit ein Garten

45773Vor einigen Tagen fiel mir beim Aufräumen meines Bücherregals „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ in die Hände. Ein Buch, das ich in der 11. Klasse in der Schule gelesen habe. Beziehungsweise lesen musste, denn damals fand ich die ganze Geschichte mehr als verstörend.

„In seiner frühen Kindheit ein Garten“ basiert auf einer wahren Geschichte: Auf dem GSG9- Einsatz am Bahnhof in Bad Kleinen vom 27. Juni 1993, bei dem zwei mutmaßliche RAF- Terroristen festgenommen werden sollten. Im Zuge dessen kamen einer dieser beiden Terroristen und ein Polizeibeamter ums Leben.

Christoph Hein hat diesen realen Einsatz mit Fiktion gepaart. Der Terrorist heißt in seinem Roman Oliver Zurek und ist zu Beginn der Handlung bereits lange tot. Im Fokus stehen hier seine Eltern und ihr langer und aussichtsloser Kampf gegen die Übermacht des Staates, der um jeden Preis seine eigenen Fehler vertuschen will. Aber der Roman geht auch noch viel mehr in die Tiefe. Die Eltern quälen sich seit dem Todestag ihres Sohnes mit Schuldgefühlen. Haben sie ihm eine schlechte Kindheit beschert? Eigentlich führten die Zureks immer ein ruhiges, gutbürgerliches Leben: Der Vater Schuldirektor, die Mutter Hebamme und ein kleiner Garten hinter dem Haus, in dem die drei Kinder spielen konnten. Weiterlesen

Rosen, Billi: Andis Krieg

Andis KriegWisst ihr etwas über den griechischen Bürgerkrieg? Ich wusste ehrlich gesagt nichts über den Kampf zwischen den linken Partisanen und der konservativen Regierung, der nach dem zweiten Weltkrieg, in den 1940er- Jahren wütete.

Aber dieser Krieg war vielmehr als nur ein Krieg zwischen der Regierung und ihren Gegnern. Er teilte Menschen und Dörfer, sorgte für Konflikte zwischen Nachbarn. Und zwischen den Kindern der Beteiligten.

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Özdamar, Emine Sevgi: Die Brücke vom goldenen Horn

die_bruecke_vom_goldenen_horn-9783462028614_xxlVielleicht sollte ich aufhören, Bücher auf Empfehlung zu lesen. Vielleicht sollte ich auch aufhören, mich vorher über Bücher zu informieren. Denn die Kritiken zu Emine Sevgi Özdamars 1998 erschienenem Roman überschlugen sich ja förmlich. Umso schwerer fällt es mir jetzt, meine gemischten Gefühle in einer Rezension auszudrücken.

Vor einiger Zeit fiel mir das Buch dann in einer Buchhandlung ist die Hände und lag nun ziemlich lange auf meinem SuB (= Stapel ungelesener Bücher) herum.

Zweimal habe ich es bereits angefangen zu lesen und war stets begeistert von dem Anfang, der wunderbar witzig und poetisch daherkommt und mit großer Sprache und vielen kleinen inhaltlichen Finten überzeugt.

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Lenz, Siegfried: Deutschstunde

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Dieses Buch gehört zweifelsohne zu den ganz großen Büchern unserer Zeit. Und Siegfried Lenz zu den ganz großen Autoren unserer Zeit.

Lenz erzählt in „Deutschstunde“ die Geschichte des Jungen Siggi Jepsen und bedient sich dabei einer Binnen- und einer Rahmenhandlung.

In der Rahmenhandlung sitzt 21-jährige Siggi in einer Strafanstalt für Jugendliche und soll einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht schreiben“. In der Deutschstunde schafft er diese Aufgabe allerdings nicht, weil ihm so viel einfällt, dass er nicht weiß, worüber er schreiben und wo er damit anfangen soll.

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Bánk, Zsuzsa: Der Schwimmer

bankschwimmerZsuzsa Bánk, ein Name, den man wahrscheinlich schwer wieder vergisst, weil er so außergewöhnlich ist, so außergewöhnlich klingt. Ein Name, der sich anhört, als hätte er schon eine lange Reise hinter sich, als könnte er Geschichten erzählen aus weit entfernten und doch so nahen Ländern Osteuropas.

Ihr Debütroman „Der Schwimmer“ stand deshalb schon länger auf meiner Leseliste, ebenso wie ihr Nachfolgeroman „Die hellen Tage“. Großartige Kindheitsgeschichten würde die in Deutschland geborene Tochter ungarischer Eltern erzählen, wurde mir gesagt.

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Krömer, Kurt: Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will

kroemerZu Besuch in Afghanistan.
Dort wohin eigentlich keiner will. Krömer schon. Auch wenn er sich nicht wirklich ein Bild davon machen kann, was ihn erwarten wird. Aber wer kann das schon.

Aber von vorne: Der bekannte Berliner Comedian und Satiriker Kurt Krömer bekommt eine Anfrage von der Bundeswehr. Truppenbespaßung in Afghanistan. Kann man ja mal machen, denkt Krömer, der zwischenzeitlich sogar mal untergetaucht war, um nicht verpflichtet werden zu können und fliegt mit einem Kamerateam, einem Journalisten der ZEIT und seiner Managerin nach Afghanistan.

Und nach dieser ersten Reise sogar einige Zeit später noch ein zweites Mal auf eigene Faust.

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