Hornby, Nick: Slam

nick-hornby-slamDas Buch „Slam“ von Nick Hornby habe ich in der Schule gelesen. Im Englischunterricht. In der neunten Klasse. Obwohl ich schon damals natürlich eine echte Leseratte war und kaum ein Buch in der örtlichen Stadtteilbibliothek vor mir sicher war, konnte man mich mit englischer Lektüre eigentlich noch nie wirklich begeistern. Ich lebe gerne in einem Buch, tauche völlig in die Geschichte ein. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ich dem Sprachfluss wirklich folgen kann. Lesen sollte und soll für mich keine „Arbeit“, keine Anstrengung bedeuten, sondern gerade von dieser im Alltag ablenken.
Und seien wir mal ehrlich, die meisten Englischlehrer sind nicht gerade für ihren Humor bekannt und meine bildeten da keine Ausnahme.
Dementsprechend skeptisch war ich also, als ich mir damals „Slam“ von Nick Hornby kaufen musste (zu einer Zeit, als ich „About a boy“ noch nicht mal als Film kannte). Und was soll ich sagen: Ich habe es GELIEBT! Ich weiß noch genau, wie ich damals morgens in der U-Bahn noch einen Teil gelesen habe, weil ich am Tag vorher keine Lust dazu gehabt hatte und einen Lachanfall vor allen Leuten bekommen habe, weil dieses Buch einfach so einen genialen Humor hat. Viele Szenen habe ich sogar bis heute noch ziemlich detailliert im Gedächtnis.

Als ich nun neulich so durch die Bücherei streifte, stieß ich ja, wie ich bereits vor einiger Zeit berichtete, auf „Wie ich Layken liebe“. Und in diesem Buch geht es ja im weitesten Sinne auch um Poetry Slam. AHA!, dachte sich da also ein findiger Bibliotheksmitarbeiter scheinbar. Poetry Slam – Slam, passt. Auch optisch weisen diese beiden (weißen) Bücher ja tatsächlich einige Gemeinsamkeiten auf. Und so standen sie da einträchtig nebeneinander und als ich „Wie ich Layken liebe“ aus dem Regal gezogen hatte, konnte ich gar nicht anders, als „Slam“ auch mitzunehmen.

Vorweg: Es geht in dem Buch nicht um Poetry Slam. Der „Slam“ hier bezeichnet einen schweren Sturz beim Skateboarden. (Das ist die Kurzfassung. Sam, der Protagonist des Romans, kann euch das viel besser erklären.)
Aber Sam, passionierter Skateboarder und Hobby-Welterklärer, passiert dieser nur im übertragenen Sinne, nämlich als er im zarten Alter von 16 Jahren Alicia kennenlernt, das so ungefähr tollste Mädchen auf diesem Planeten. Und tatsächlich scheint sie ihn auch zu mögen und zarte Liebesbande entwickeln sich zwischen den beiden. Bis zu einem Tag, an dem das Unheil seinen Lauf nimmt und das Leben nie wieder so wird, wie es einmal war…

Soviel nur zum Inhalt. Googelt das Buch lieber nicht, man wird (vielleicht aus dem Grund, dass es als Schullektüre geeignet ist) mit Spoilern zum Inhalt nur so überhäuft. Das ist sehr schade, denn die Geschichte macht einige wirklich interessante Wendungen, die man viel mehr genießen kann, wenn man sie noch nicht im Voraus kennt. 🙂

Das Buch ist einfach witzig. Es hat einen unfassbar lustigen, trockenen, bösen, aber auch absolut treffenden Humor. Jede Nebenfigur, jede Handlung ist so exakt ausgearbeitet und trägt ihrerseits zum Schwung und zur Begeisterung bei, die sich durch das gesamte Buch zieht. Ich konnte mich auch bei der jetzigen Lektüre, Jahre später, bei einigen Stellen ausschütten vor Lachen, obwohl ich sie ja schon kannte.
Und man kann es auch gut auf Deutsch lesen, wobei es auf Englisch wirklich gut verständlich ist. Muss ich wirklich zugeben.
Es ist ein typisches Nick Hornby-Buch, wobei ich es noch deutlich besser finde als z.B. „A long way down“, was ich damals dann auch gelesen habe. Es ist einfach erfrischender, jugendlicher, humorvoller. Und dabei überhaupt kein Jugendbuch, sondern für jeden in jedem Alter geeignet. Unbedingte und absolute Leseempfehlung!

5 von 5

Titel: Slam
Autor: Nick Hornby
ISBN13: 978-3426504048
Seitenzahl (Taschenbuch): 368 Seiten
Verlag: Knaur TB
Erscheinungsdatum der Auflage:1. Juni 2009

 

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