Tatort: Château Mort (Konstanz)

Tatort-KonstanzBlum und Perlmann ermitteln wieder am Bodensee! Nachdem unlängst bekannt wurde, dass der Konstanzer Tatort 2016 abgesetzt wird, bewegte man sich heute auf bekanntem und altbewährtem Terrain und wagte doch etwas Neues.

Die Leiche eines jungen Mannes wird aus dem Bodensee gefischt. Im Schlepptau: Ein Rucksack und in ihm nicht nur ein Aal, sondern auch eine Flasche Rotwein. Aber nicht irgendein Wein, sondern möglicherweise eine der sehr wertvollen Flaschen aus dem Bestand von Annette von Droste- Hülshoff, genauer gesagt, ihr Hochzeitswein. Wert: Ein sechsstelliger Batzen Schweizer Franken. Während Blum sich des Weines annimmt und gemeinsam mit ihrem Schweizer Kollegen Matteo Lüthi, der einem Weinfälscher- Skandal auf der Spur ist, sehr vertraut ermittelt, kümmert sich Perlmann lieber um die Geschehnisse von 1848, dem Jahr, in dem der Wein für immer verschwand…

Irgendwie war es ein schöner Tatort. Ein reiner Indizien- Fall, in dem der findige Zuschauer fleißig mitraten konnte. Am Ende war natürlich die schöne und stolze Auktionatorin die Böse, ebenso wie der angebliche Weinexperte, der die Droste- Hülshoff- Flaschen fälschte und gleichzeitig ihre Echtheit zertifizierte.

Durch Perlmanns Ermittlungen wurden allerdings die Ereignisse von 1848, als Annette von Droste- Hülshoffs Hochzeit platzte, weil ihr Verlobter für immer verschwand, nicht nur erzählt, sondern sie wurden tatsächlich in Spielfilmen nachgestellt. Ob man das gebraucht hätte, weiß ich nicht, aber sie haben durchaus Spaß gemacht!

Trotzdem war es irgendwie schade, dass Blum und Perlmann in dieser Folge nicht wirklich als Team ermittelt haben. Vielmehr nahm der Thurgauer Kollege Lüthi nun den Platz des Partners an Klara Blums Seite ein und dass sie dann z.B. nicht ans Handy ging, als erneut ein Toter gefunden wurde, weil sie lieber Lüthi verliebt in die Augen schauen mochte, war einfach unnötig.

Wenn Blum nun auch noch in der Midlifecrisis steckt, kann man sich in Zukunft vor den weiblichen Ermittlerinnen wirklich nur noch in Acht nehmen. Oder sie ermittelt wie Lena Odenthal ab sofort von irgendwelchen Rehakliniken aus.

Insgesamt war das aber ein wirklich schöner Tatort, der gegen Ende eben so seine Längen hatte. Ab Viertel nach neun hätte sich das Geschehen etwas beschleunigen können, aber so ist Perlmann mal wieder in eine Anfängerfalle getappt, saß 20 Minuten in einem Parkhausschacht und schaute deprimiert auf sein Handy. Dabei trank er eine Flasche von dem echten Droste- Hülshoff- Wein. Muss man sich ja auch mal gönnen.

Dass dann die Auktionatorin auch noch den Trittbrettfahrer von Copy- Shop- Mitarbeiter umbringen musste, der das „Geschäft“ des Toten weiterführen und die echten, wertvollen Weinflaschen auf Ebay versteigern wollte, umbringen musste, war vielleicht etwas übertrieben, aber eine Leiche reicht im Tatort wohl nicht mehr.

Fazit: Man brauchte nicht unbedingt eine Flasche Rotwein, um diesen Tatort gut zu finden – der Schweizer Akzent wäre dadurch aber bestimmt noch schöner geworden! Und im Abgang: Ein Hauch von Verwesung. Hoffentlich gilt das nicht auch für die letzten Fälle mit Blum und Perlmann.

Titel: Château Mort
Ort: Konstanz
Tatort Nr.: 934
Erstausstrahlung: 08.02.2015
Ermittler: Blum & Perlmann
Hauptdarsteller: Eva Mattes Sebastian BezzelAnna Bederke

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