Hackenberg, Andrea: Schnucken gucken

1_Andrea-Hackenberg_Schnucken-gucken-page-001-KopieBilli ist Umweltaktivistin und Journalistin aus Überzeugung. Gerade steht sie vor ihrem großen Coup: Sie will den Landwirtschaftsminister zum Rücktritt zwingen. Ihr Beweismaterial: Illegale Videoaufnahmen von der angeblichen „Bio“- Hühnerfarm des Ministers, auf der es so gar nicht „Bio“ zugeht. Doch Billi lässt ihre Kamera im Taxi liegen und das Unglück nimmt seinen Lauf. Ohne die Videoaufnahmen ist ihr Bericht unglaubwürdig und sie ihren Job los.

Zeit also, um in ihr Heimatdorf Grümmstein in der Lüneburger Heide zurückzukehren und dort als Lokaljournalistin zu arbeiten. Und dann sind da noch Manolo, ihr unglaublich heißer (aber leider inzwischen verlobter) Ex und eine Leiche in der Erlebnisdusche…

„Schnucken gucken“ von Andrea Hackenberg kommt daher als so ein typischer „Frauen- Wohlfühl- Roman“ und ist doch eigentlich viel mehr: Die unkonventionelle Protagonistin, die kuriosen Dorfbewohner und ganz viel Herz lassen diesen Roman wirklich im Gedächtnis bleiben.

Die typischen 0-8-15- heile Welt- Protagonistinnen der ganzen Frauenromane hat man ja meistens nach spätestens drei Monaten wieder vergessen, Billi dagegen bleibt! Außerdem bewegt sich die Geschichte fernab der ganzen „Heile Welt“- Vorstellung. (Und falls man das mal vergessen sollte, ruft Billi einem das immer wieder ins Gedächtnis.)

Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mich mit ihr anzufreunden, aber im Laufe der Geschichte wurde sie mir immer sympathischer.

Toll fand ich auch, dass die Geschichten der anderen Personen ebenfalls erzählt wurden. Es bleibt also nicht nur bei Billis Perspektive, sondern man begleitet auch ihre Mutter Antonia, ihre Schwester Franzi und das verlobte Paar Manolo und Steffi durch einige Krisen. Hierbei erwiesen sich auch die Nebenfiguren als sehr gut ausgearbeitet und absolut liebenswert!

„Schnucken gucken“ ist übrigens ein Spin-Off von Andrea Hackenbergs vorherigem Roman „Abgeferkelt“, in dem es um die Verlegerin Kathi geht, die in „Schnucken gucken“ auch immer mal wieder auftaucht – nämlich als Billis neue Chefin.

Ich habe „Abgeferkelt“ aber auch nicht gelesen und kann nur sagen, dass das dem Lesegenuss keinen Abbruch tut!

Insgesamt ist „Schnucken gucken“ wirklich ein toller Roman, durch den ich an zwei Tagen einfach so durchgeflogen bin. Eine Zeitlang habe ich ihn im Zug gelesen und die Dame neben mir wollte nach ca. einer halben Stunde von mir wissen, was ich denn da Tolles lese, weil ich zwischendurch immer wieder lachen musste. Denn der Humor ist wirklich klasse und Billi kommt öfters in extrem peinliche Situationen, die aber irgendwie natürlich wirken. So, als könnten sie wirklich passieren und seien nicht extra so für sie konstruiert worden.

Bleibt also nur zu sagen: Ich will unbedingt „Abgeferkelt“ lesen. Und „Schnucken gucken“ ist toll und verdient volle fünf Fräulein. Und falls ihr noch mehr von Andrea Hackenberg lesen wollt: Sie schreibt unter dem Pseudonym Lena Hooge ebenfalls Bücher, unter anderem den Roman „Bauchgefühle“, den ich hier auf dem Blog auch schon besprochen habe!

5 von 5

Titel: Schnucken gucken Autor: Andrea Hackenberg ISBN-13: 978-3426514269 Seitenzahl (Taschenbuch): 336 Seiten Verlag: Knaur Erscheinungsdatum der Auflage: 2. Februar 2015

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Ein Gedanke zu “Hackenberg, Andrea: Schnucken gucken

  1. Liebes Fräulein Bücherwald,
    vielen Dank für die Buchvorstellung. Das klingt nach einer tollen Lektüre für so tristes Regenwetter.

    Viele Grüße,
    Tee & Kekse

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