Tatort: Der Irre Iwan (Weimar)

Tatort-WeimarTatort aus Weimar! Nach dem ersten Fall der beiden war die Messlatte ja extrem hoch gelegt. „Die fette Hoppe“ war einer der besten Humor- Tatorte der letzten Jahre, die beiden Kommissare absolute Sympathieträger.

Und dann kam „Der Irre Iwan“. Eigentlich fing alles ganz spannend an. In der Dienststelle des Stadtkämmerers findet ein Überfall statt. Der Täter erbeutet über 120.000 Euro und schießt mehrmals in die Decke. Blöderweise ist direkt oben drüber das Büro der Sekretärin, die eine der Kugeln voll erwischt. Ein tragischer Unfall oder ein geplanter Mord? Möglich ist beides, denn die Dame hatte ein sehr intimes Verhältnis zu ihrem Chef.

Kira Dorn, inzwischen Mutter und Lessing, der ihr unbedingt einen Antrag machen und romantisch sein möchte, ermitteln. Und finden heraus: Der Stadtkämmerer hat einen Zwillingsbruder, mit dem er gelegentlich die Rollen getauscht hat. Dann finden sie in der Geisterbahn, die der Zwillingsbruder mit seiner Frau betrieben hat, noch eine Leiche. Nur: Ist das der Stadtkämmerer oder der Zwilling? Und wer von den beiden hat nun eigentlich Dreck am Stecken?

Ab dann wird’s wirklich irre. Denn als die Kommissare ankündigen, nun die Leiche röntgen zu lassen, um zu prüfen, um wen es sich bei dem Toten handelt (der Stadtkämmerer hatte vor 2 Jahren einen Beinbruch), muss der Lebende sich kurzerhand auf den Pathologietisch legen. Erst als die Pathologin ankündigt, dass sie nun den Schädel öffnen will, springt er in letzter Sekunde herunter, was diese mit einem trockenen „Die Leiche ist flüchtig“ kommentiert. Spätestens dann ist klar: Der Stadtkämmerer ist tot, der Zwillingsbruder lebt und will sich auf Kosten der Stadtfinanzen ein Leben in der Karibik finanzieren. Pikanterweise hat er sich als Begleitung nicht seine eigene Frau ausgesucht, sondern die Bardame eines FKK- Clubs, Peggy Schuhschnabel.

Irgendwie war es lustig. Und irgendwie kann man diesen Kommissaren auch nichts übelnehmen, nicht mal eine solch absurde Story. Aber wir saßen zu viert vor dem Fernseher und haben streckenweise einfach nichts verstanden. Die Story vom toten Zwillingsbruder wurde hier zwar irgendwie glaubwürdig umgesetzt, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, war es der seltsamste Tatort seit langem. Der Wortwitz und die Dynamik zwischen Dorn und Lessing machen zwar einiges wieder wett, aber meiner Meinung nach sollte der Weimaraner Tatort wirklich aufpassen, dass er nicht für immer in die Klamauk- Ecke abgeschoben wird. Humor ja, absurdeste Komik vielleicht nein.

Humortechnisch kann sich Weimar nämlich noch lange nicht mit Münster messen, aber diese unterschwellige Komik verbunden mit viel viel Herz sollte beibehalten werden, um sich dauerhaft zu etablieren und nicht zum Kurztrip für Tschirner und Ulmen zu werden. Viel mehr Klamauk als heute geht nicht mehr, sonst langweilt es nur noch.

Am Ende macht Dorn Lessing einen Heiratseintrag, die irre Rita verpulvert ihren letzten Schuss auf eine Jahrmarktsbude und es regnet Rosenblätter auf die beiden Kommissare und den Täter, der in einem Hasenkostüm steckt. Das Schlussbild ist Sinnbild für meine Einschätzung des Teams: Herz und zu viel gewollte Komik.

Titel: Der Irre Iwan
Ort: Weimar
Tatort Nr.: 929
Erstausstrahlung: 07.12.2014
Ermittler: Lessing & Dorn
Hauptdarsteller: Christian Ulmen – Nora Tschirner

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3 Gedanken zu “Tatort: Der Irre Iwan (Weimar)

  1. Wir haben gestern auch etwas entsetzt vorm Fernseher gesessen ^^ Und dann doch ausgeschaltet. Nichts für die kühlen Norddeutschen 😀

    Liebe Grüße und noch einen schönen Rest-#BloKoDe,
    Lena vom Büchernest

  2. Ich glaube es war ein Känguru und kein Hase 😉 Aber ich finde diesen Tatort sowieso ätzend, weil ich die Kommissare nicht ausstehen kann 😀 Eigentlich mag ich nur die aus Münster und Saarbrücken so wirklich gern, bei den meisten anderen gehen mir die Ermittlerduos ziemlich auf den Geist ^^

    LG

  3. Ich habe irgendwie schon ewig keinen Tatort mehr gesehen – und das, obwohl ich quasi in Twitter wohne. ;)) Mein Freund mag den einfach nicht. Und ich mag ihn nicht genug, um mich dafür einzusetzen, dass wir ihn trotzdem ab und an mal gucken. 😉

    Mit lieben Grüßen zu dir und ich wünsche dir ein tolles neues Jahr,
    Sarah Maria

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