Filmrezension: Flight (2012)

d39e6ec4d9e0adc52d5f0a86642c3d72Polarexpress, Forrest Gump, Cast Away und Zurück in die Zukunft. Robert Zemeckis hat eine beeindruckende Vita als Regisseur und Drehbuchautor. Der Lebenslauf von Denzel Washington liest sich nicht schlechter: Philadelphia, Gegen jede Regel und American Gangster sind nur ein Paar der prämierten Filme, in denen er mitwirkte. 2012 kamen die beiden mit dem Action-Drama „Flight“ um die Ecke und bevor der Streifen am Sonntag im Free TV läuft, lasse ich mich nicht lumpen und sage, ob es sich lohnt, den Tatort wohl mal ausfallen zu lassen.

Kurz zum Inhalt:

Whip Whitaker – gespielt von Denzel Washington – ist Pilot einer Linien-Maschine, die in ein Unwetter gerät. Durch eine Fehlfunktion verlieren die beiden Piloten die Kontrolle und die Maschine beginnt abzustürzen. Whitaker behält die Nerven und schafft es durch ein beinahe surreales Manöver, die Maschine kontrolliert bruchzulanden und rettet damit mehr als 100 Menschen das Leben. Natürlich ist er nun der gefeierte Held, zu Recht, doch der Film wäre schon langweilig, wenn jetzt alles zu Ende wäre.

Wie nach solch einem Absturz üblich, wird ein Untersuchungsausschuss gegründet, der sich auch Whitaker vorknöpft. Das Problem: Dieser hatte während der Bruchlandung Drogen und Alkohol im Blut. Die Fluggesellschaft versucht das zu vertuschen, um ihn weiter als Helden feiern zu lassen, der Ausschuss setzt ihn immer mehr unter Druck und die Finger kann er einfach nicht von den verbotenen Substanzen lassen.

„Wir drehen die Kiste um“, ein ganz schön aussagekräftiger Satz, wenn man bedenkt, dass in der Linien-Maschine, die Whitaker steuert, über 100 Passagiere sitzen, die vermutlich wild durch die Gegend kugeln werden, wenn er das tut. Allerdings auch ziemlich bezeichnend für den Film.

Die ersten dreißig Minuten von „Flight“ sind ein krasses Action-Abenteuer: Das Unwetter, der Zwischenfall, die Bruchlandung. Dann ist alles plötzlich vorbei. Der Film hat einfach sein Genre gewechselt, wie ein Chamäleon. Kein langsamer Übergang, nein, Zemeckis steht quasi vor einem und knallt einem das Drehbuch ins Gesicht. Einfach so. Aus Action wird Drama, aus Drama Justiz-Thriller und daraus irgendwie auch Komödie. Wie nah ist „Flight“ an der Realität? Sind unsere Piloten wirklich ständig betrunken?

Wenn ja: Nicht schlimm. Sie streiken ja eh grad.

Man sei gewarnt, wenn man Dialoge nicht so gern hat in Filmen und lieber Pumbum-Peng-Action braucht, ist „Flight“ vielleicht nicht die beste Wahl für den Sonntagabend. Dann ist es der Tatort aber oft auf nicht. Versprochen ist aber, wer „Cast Away“ oder „Forrest Gump“ gut fand, Filme, in denen es um Menschen geht, die möglicherweise in einer arg außergewöhnlichen Situation stecken, dem sei dieser Film ans Herz gelegt. Hier wird nämlich eine Berufsgruppe so nüchtern betrachtet, wie sie wohl scheinbar oft gar nicht ist.

Washington hat rausgeholt, was rauszuholen war und Zemeckis hat die ganze Sache auch ganz gut gemacht. Gut, das nächste Mal, wenn ein brennendes Flugzeug über Kopf über ein Wohngebiet fliegt, nehme man bitte ein echtes, diese Computer-Animation bekommt von mir nur sieben von zehn Punkten auf der Animations-Skala, aber es ist und bleibt Meckern auf einem hohen Niveau. Und nach „Hercules“ zwölf von zehn Punkte auf der „Besser als der letzte Film von euch“-Skala.

Fakt ist: Man braucht sich nicht schämen, wenn der Tatort am Sonntag mal gegen einen Film mit vermeintlich mehr Action getauscht wird, obwohl man sich fast sicher sein kann, dass dieses mal mehr Leute im Tatort sterben. Aber eben auch nur fast…

4 von 5

Filmtitel: Flight
Originaltitel: Flight
Produktionsfirma: Paramount Pictures
Regisseur: Robert Zemeckis
Premiere (Deutschland): 2012
Hauptdarsteller: Denzel Washington (Whip Whitaker) John Goodman (Harling Mays)

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