Tatort: Die Feigheit des Löwen (Hamburg & Umgebung)

tatort-kc3b6lnDer Tatort, auf den ich sooo lange sehnsüchtig gewartet habe! Warum? Weil er in Oldenburg gedreht wurde und ich mich bei einigen Außendrehs (genau genommen beim Dreh des „Showdowns“) sogar unter die zahlreichen Schaulustigen gemischt habe, die den Dreh beobachtet haben. Wie so ein echtes Tatort- Fangirl.

Leider hinterlässt der Fall bestenfalls gemischte Gefühle. Ehrlich gesagt habe ich bis ca. 21:15 Uhr nicht wirklich verstanden, worum es geht. Und wenn man nicht versteht, worum es geht, dann werden Filme eben schnell langweilig. Allerdings versöhnt die Auflösung wieder etwas, denn rückblickend betrachtet hatte man es dann doch mit einem eigentlich ganz spannend konstruierten Fall zu tun – in der letzten halben Stunde.

Aber von vorne: Zwei Ermittler der Bundespolizei ermitteln in Oldenburg. Es geht um gefälschte Pässe, mit denen Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland kommen. Der Kopf hinter einer dieser Schleuserbanden soll nun in Oldenburg festgenommen werden. Gleichzeitig wird an einer Raststätte in der Nähe die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden: Im Kofferraum eines Wagens. Scheinbar wurde sie mit ihrem Bruder und ihrer Mutter illegal über die Grenze gebracht. Später klärt sich jedoch auf, dass die Mutter ihr Kind selbst umgebracht hat, weil es an der Grenze pausenlos weinte und schrie und sie das Risiko, entdeckt zu werden, nicht in Kauf nehmen konnte. Zugegebermaßen – im Film ist das glaubhafter und nachvollziehbarer dargestellt, als ich es jetzt hier beschreiben kann.

Dann wird ein weiterer Toter gefunden: Er hatte offensichtlich Kontakt mit der Schleuserbande. Dann wird es unübersichtlich. Denn immer wieder werden verschiedene Personen aus seinem Umfeld gezeigt: Sein Sohn und mehrere Freunde, darunter die Deutsch- Syrerin Raja. Alle haben etwas zu verbergen, alle scheinen etwas über seinen Tod und die genaueren Umstände zu wissen, aber keiner sagt etwas.

Dann war es endlich 21:15 und es kam etwas Bewegung in die Sache, denn weitere Verstrickungen wurden klar. Rajas Vater war Syrer und kehrte im Alter von Deutschland nach Syrien zurück, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Allerdings wurde er inhaftiert und kam im Gefängnis unter ungeklärten Umständen zu Tode. Der dafür verantwortliche Arzt in dem Gefängnis ist der Bruder von einem von Rajas Freunden. Und sie überredete ihn, seinen Bruder nach Deutschland zu holen – angeblich, um ihn vor dem Krieg zu schützen. Allerdings wollte sie das nur, damit sie ihn in Deutschland würde töten können. Da sie sich aber nicht selbst die Hände schmutzig machen wollte, engagierte sie eben jenen (nun) Toten. Denn das Ganze ging nach hinten los und der Gejagte wurde zum Jäger.

Dann – endlich. Der Showndown vor dem schönen ehemaligen Staatsministerium in Oldenburg, der Mörder erschießt sich selbst, der Fälscher der Pässe betont, dass er zu den Guten gehöre und die Polizisten diskutieren darüber, ob das, was sie tun, eigentlich gut für die Menschheit sei. Am Ende ein kleiner Junge (der Bruder des zu Anfang getöteten Mädchens) und ein lachender Kommissar, die alles „supergut“ finden. Da haben sie also doch was für die Menschheit getan – zumindest für einen kleinen Menschen, der positiv in die Zukunft blickt.

Alles in allem ein gar nicht so schlechter Tatort, der allerdings teilweise so undurchschaubar war, dass man sehr mit der Story zu knapsen hatte und sich durch die erste Stunde etwas „durchkämpfen“ musste. Das Umschalten lag da leider manchmal sehr nah. Das Ermittlerteam gefällt mir allerdings ganz gut, man darf sich da auf weitere Fälle freuen. Eine ausgezeichnete schauspielerische Leistung sorgte weiterhin für Pluspunkte. Ein Tatort, der auf jeden Fall in Erinnerung bleibt – allerdings nicht nur mit seinen guten Seiten.

Titel: Die Feigheit des Löwen
Ort: Norddeutschland
Tatort Nr.: 924
Erstausstrahlung: 30.11.2014
Ermittler: Falke & Lorenz
Hauptdarsteller: Wotan Wilke MöhringPetra Schmidt-Schaller

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