Tatort: Vielleicht (Berlin)

Tatort-BerlinDa Fräulein Bücherwald heute nicht kann, kommt die Rezension heute mal vom Herrn, aber keine Sorge, das wird nicht zur Gewohnheit!

Berlin. Fall 1 n.R. (nach Ritter). Kann der Hauptstadt-Tatort das vertragen? Kann Stark das tragen?

Es ist übrigens Starks letzter Fall. Man muss ihn also ordentlich ausscheiden lassen. Sonst sitzen wir beim nächsten Tatort aus Berlin alle ratlos vor den Bildschirmen: „Wo ist Stark? Wer sind die neuen Kommissare?“. Also, lieber Tatort: Zeig mal was du kannst!

Die erste Frage, die sich allerdings stellt, stellt sich nicht nur dem Kommissar, sondern auch dem Zuschauer: Wie geht man mit einer Zeugin um, die Visionen hat? Die etwas zu einem Mord sagen kann, der noch nicht einmal passiert ist? Normalerweise tauchen alle naselang Menschen auf Polizeistationen auf und haben irgendwelche spannenden oder spektakulären Ideen, an die sich die Polizei heften kann. Warum auch immer scheint die Idee dieser Zeugin so gut zu sein, dass man sogar beim LKA mal hören möchte, was sie zu sagen hat.

Denn, die Norwegerin sieht, dass einer Lisa, deren Nachnamen sie nicht kennt, bald etwas zustoßen wird. Krass! Sie weiß nicht genau was und wann, aber immerhin das!

Zeitsprung. Einige Wochen später passiert Lisa etwas. Die Architekturstudentin wird von ihrer Mitbewohnerin tot in ihrem Bett gefunden. Knapp zwei Tage nach ihrem Ableben. Die Norwegerin hatte Recht behalten. Der Täter hatte sich als Handwerker getarnt und war so nah genug an Lisa herangekommen. Wir als Zuschauer wissen jetzt also, wer der Täter ist. Das macht die ganze Sache nicht gerade spannender.

Nach den ersten Zeugenaussagen wird auch Ermittler Stark bewusst, dass er doch besser auf die Norwegerin hätte hören sollen, denn alles, was er jetzt hat, ist eine Täterbeschreibung, die auf so gut wie jeden Mann in Berlin passt. Ganz toll: Auch auf den Täter. Wie gesagt: Wir kennen ihn schon.

Der Täter klingelt am nächsten Tag bei der Norwegerin, gesprochen klang ihr Name wie „Trüde“, heißt aber Trude. Er scheint sich Notizen für eine neue Rolle zu machen, mit der er an Trude herankommen möchte. Natürlich spielt es ihm da noch mehr in die Karten, dass Trudes Mitbewohnerin nun auch auszieht. Eine Zeugin weniger.

Indes malt Stark immer mal wieder Mordszenen. Ein bisschen gruselig, aber: Malen kann er. Trude dagegen ist von Albträumen geplagt. Die sind scheinbar auch gruselig. Gut, dass sie ihre Träume in einem Traumtagebuch festhält, dann kann Stark die zukünftigen Tatorte schon mal malen! Was das mit dem Fall zu tun hat, weiß man nicht. Es driftet alles ein bisschen ab und man kümmert sich mehr um Vorahnungen als um den aktuellen Mord. Das merken auch einzelne Teammitglieder.

Dann kam nochmal kurz Spannung auf, weil der Mörder vor der Tür von Trude stand. OH MEIN GOTT, was war ich aufgeregt. Trude hat nämlich die Tür nicht zugemacht. Und dann war der Mann weg. Und dann ist das SEK angerückt. Der Täter war geschnappt. Das war ja einfach. Was machen wir denn jetzt die restlichen 25 Minuten? Stark wird noch mal ein bisschen beleidigt und dann?

Dann eröffnet Trude, dass die dritte Leiche in ihrer Vision Stark ist. Kurz darauf findet man doch noch die Pizzaria mit dem auffälligen Wandgemälde. Dort werden auch zwei Menschen erschossen, wie in der Vision. Und schon wieder kennt Trude den Mörder. Stark gibt nun auch bekannt, dass er aufhören möchte. Einfach so. Er sieht aber auch gestresst aus.

Nett wie er ist, möchte er Trude noch zum Flughafen fahren, sie möchte zurück nach Norwegen. War ihr zu krass, dieses Berlin. Verständlich. Ein bisschen. Als Stark unten vor ihrer Haustür im Innenhof wartet steht da plötzlich unser zweiter Täter. Und was macht der? Der schießt auf Stark. Einfach so!

Im Krankenhaus dann Trübsal blasen. Man fragt ob Stark durchkommen wird. Antwort: Keine Ahnung. Und dann war Ende.

Man kann also vermuten: Stark schafft es nicht, denn der nächste Tatort wird ohne ihn sein. Ohne zu viel zu spoilern, aber so stand es im Internet.

Zum Tatort heute: 10 Minuten Spannnung verteilt auf 90 Minuten, das ist nicht unbedingt ein Tatort nach meinem Geschmack. Man hat eine Frau mit Visionen erst nicht und dann zu sehr ernst genommen und das war einfach nicht mein Ding. Möglicherweise bin ich aber auch einfach der Meinung:

Wenn schon Märchen, dann mit Ritter.

Somit: Das kann man besser machen, Berlin. Vielleicht mit dem neuen Ermittlerduo. Ich bin ja mal gespannt!

Titel: Vielleicht
Ort: Berlin
Tatort Nr.: 922
Erstausstrahlung: 16.11.2014
Ermittler: Ritter & Stark
Hauptdarsteller: Dominic RaackeBoris Aljanovic

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