Quirchmayr, Carmen: Die kleinen Kobolde – Das Tagebuch des Koboldmädchens Esmeralda

diekleinenkobolde„Alles begann mit dem Traum, Schriftstellerin zu werden“ – so schreibt es die österreichische Kinderbuchautorin Carmen Quirchmayr in dem Vorwort zu ihrem ersten Kinderbuch. Und sie schreibt davon, wie komplex Kinderbücher eigentlich sind. Denn sie sollen nicht nur ihre kleinen Leser selbst kreativ machen, sondern auch die richtigen Werte vermitteln, sollen Spaß machen und zum Nachdenken anregen. In der echten Familienproduktion „Die kleinen Kobolde: Das Tagebuch des Koboldmädchens Esmeralda“ ist dieser Ansatz wirklich gelungen. Nicht nur die Geschichte ist zuckersüß, auch die Zeichnungen von Carmen Quirchmayrs Vater sind echte Hingucker.

In dem Buch schreibt, wie der Titel schon sagt, Esmeralda, ein achtjähriges Koboldmädchen, das in einem Kobolddorf im Wald wohnt, ihr Tagebuch. Dabei beginnt sie an dem Tag, als sie das Tagebuch geschenkt bekommen hat und nimmt den Leser mit auf eine 51 Tage lange Reise durch ihr Leben. Teilweise schreibt sie mehrere Tage lang über ein bestimmtes Thema, manchmal hängen die Kapitel aber auch eher lose zusammen – perfekt also, um abends im Bett noch in ein bis zwei Tagebucheinträgen zu schmökern, bis Schlafenszeit ist. Die Kürze der einzelnen Kapitel macht das Buch auch zu einem guten Vorlesebuch. Man begleitet Esmeralda durch den Wald und das Kobolddorf, lernt andere Tiere kennen und erlebt spannende Abenteuer.

Als das Buch, das übrigens wunderschön aufgemacht ist und ein tolles Cover hat, bei mir ankam, war ich erst etwas überrascht vom Seitenumfang. Mit knapp 200 Seiten gehört das Buch zu einem der dickeren Kinderbücher und mir stellte sich die Frage, ob die Geschichte dann nicht zu komplex würde, als dass 5-10- jährige Kinder (die ich mal als Hauptleserschaft sehen würde) sie noch verstehen könnten. Aber glücklicherweise ist das Buch wirklich sehr kindgerecht aufgebaut und vor allem die eben angesprochene Kürze der Kapitel macht es gut lesbar.

Auch inhaltlich war ich wirklich begeistert von dem Buch. Das, was Carmen Quirchmayr im Vorwort als „Absicht“ des Buches formuliert, trifft voll und ganz zu: Es vermittelt Werte. Aber nicht auf eine plumpe Art und Weise, die den Kindern irgendwelche Handlungsweisen vorschreibt, oder eine perfekte Heldin präsentiert, die niemals Quatsch macht, sondern in Form von kleinen Geschichten, die von Esmeraldas Großmutter erzählt werden. Anhand von kleinen (kobold-) alltagstauglichen Geschichten und Vergleichen führt sie Esmeralda und ihren Geschwistern immer wieder vor Augen, was im Leben wirklich wichtig ist. Aber eben kindgerecht aufbereitet, sodass jeder Leser auch seine eigenen Schlüsse aus der Geschichte ziehen kann. Die ganz jungen Leser werden hier zugegebenermaßen vielleicht noch nicht auf ihre Kosten kommen, aber auch ohne diese Schlüsse kann man die Geschichte und die Abenteuer, die die Koboldkinder erleben, gut verstehen.

Ein wirklich tolles Kinderbuch, das ich besonders deshalb hier vorstellen wollte, weil man es eben nicht in der Weihnachtsauslage der großen Buchhandlungen finden wird. Aber weil es trotzdem so unglaublich liebevoll gemacht ist! Die ganze Aufmachung des Buches drückt die Liebe und Engagement aus, das dort hineingesteckt wurde. Selbst Herr Bücherwald hat das Buch sofort in die Hand genommen und durchgeblättert, sobald es ausgepackt war, weil es einfach so schön aussieht, dass man es sofort anfassen muss. Ich bin also auf die Fortsetzung, die Quirchmayr hinten im Buch schon ankündigt, sehr gespannt und empfehle das Buch wärmstens!

Über die Entstehung des Buches hat die Autorin übrigens einen Blog geführt, wenn ihr Interesse daran habt, klickt doch unten auf ihren Namen. 🙂 Und das Buch kann man über ihre Autorenhomepage bestellen.

5 von 5

Titel: Die kleinen Kobolde – Das Tagebuch des Koboldmädchens Esmeralda
Autor: Carmen Quirchmayr
ISBN-13: 978-3942641197
Seitenzahl (gebundene Ausgabe): 198 Seiten
Verlag: Edition Blaes
Erscheinungsdatum der Auflage: Oktober 2013

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3 Gedanken zu “Quirchmayr, Carmen: Die kleinen Kobolde – Das Tagebuch des Koboldmädchens Esmeralda

  1. Pingback: Monatsrückblick November | Fräulein Bücherwald

  2. Grüß Sie, Frau Balzer / Fräulein Bücherwald!
    Eine ganz neugierige Frage:
    Wie kommt man so hoch im Norden zu dem Buch?
    Danke für die Kritik, wo’s mich doch auch zum Teil betrifft…
    Hubert Haidler

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