Morton, Kate: Die fernen Stunden

Die fernen Stunden von Kate MortonKate Mortons Romane sind einfach toll. Ich habe alle drei gelesen und „Die fernen Stunden“ soll nun auch endlich seinen Platz hier auf dem Blog finden.

In „Die fernen Stunden“ treffen wir Edie Burchill, eine junge Verlagsmitarbeiterin aus England. Bei einem Besuch bei ihren Eltern erlebt sie mit, wie ihre Mutter Meredith einen jahrelang verschollenen Brief erhält und in Tränen ausbricht. Sie weigert sich allerdings, mehr über diesen Brief zu erzählen. Doch Edie kommt der Geschichte auf die Spur: Während des 2. Weltkriegs war ihre Mutter aus London evakuiert und lebte auf Schloss Milderhurst bei drei exzentrischen Schwestern. Dort scheint ihre Mutter zwar einerseits eine wunderschöne, aber auch tragische Zeit erlebt zu haben und sie trägt bis heute ein Geheimnis mit sich herum, das auch Edies Leben verändern wird.

Als Edie bei einer Geschäftsreise zufällig in der Nähe von Schloss Milderhurst ist, beschließt sie, dem Schloss mit seinen Bewohnerinnern, den drei Blythe- Schwestern, die immer noch dort wohnen, einen Besuch abzustatten. Dort sieht sie sich mit einer unheimlichen Atmosphäre und einer düsteren Vergangenheit und einer noch düsteren Zukunft konfrontiert. Bei ihren Nachforschungen stößt Edie schließlich auf einen jungen Lehrer und einen niemals aufgetauchten Verlobten, die irgendetwas miteinander zu tun haben müssen…

„Die fernen Stunden“ ist einfach ein großartiger Roman. Eine kunstvoll konstruierte Geschichte mit vielen Zeitsprüngen, in denen wir Edies „Ermittlungsarbeit“ hautnah miterleben und eine wundervoll packende und bildhafte Sprache, lassen einem so manches Mal eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Die Atmosphäre von Milderhurst ist so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat, man wäre selbst schon einmal da gewesen.

Und dieser Roman hat einen riesigen Pluspunkt: Es gibt keine Liebesgeschichte für Edie Burchill. Nicht, dass man ihr das nicht gegönnt hätte – ganz im Gegenteil – aber es ist einfach nervig, wenn eine Liebesgeschichte in der Gegenwart die Nachforschungen in der Vergangenheit immer wieder aufhält. Eigentlich gehört diese Komponente mittlerweile zur Standardrepertoire solcher Bücher (siehe z.B. die Bücher von Lucinda Riley), aber Kate Morton verzichtet darauf und das ist SO TOLL. Und tut dem Buch überhaupt keinen Abbruch! Im Gegenteil, das Buch hat schon mehr als genug Seiten und kann eine solche Geschichte gar nicht mehr vertragen.

Gegen Ende hatte ich mal kurz das Gefühl, den Faden zu verlieren und nicht mehr ganz zu durchschauen, wer jetzt welche Rolle in dem ganzen Gefüge spielt, aber Kate Morton fängt einen schon nach kurzer Zeit gekonnt wieder ein und fügt die einzelnen Puzzleteile zusammen.

Also ein toller Roman, der sich bewusst von diesem klischeehaften Aufbau abwendet und stattdessen die wirklich erzählenswerte Geschichte in den Fokus rückt, statt sich in Liebesgedöns zu vergehen. Einfach klasse!

5 von 5

 

Titel: Die fernen Stunden
Originaltitel: The Distant Hours
Autor: Kate Morton
Übersetzer: Charlotte Breuer
ISBN-13: 978-3453356566
Seitenzahl (Taschenbuch): 736 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Erscheinungsdatum der Auflage: 18. Juni 2012

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