Filmrezension: Frau Ella (2013)

Frau_Ella_PlakatIn den letzten Jahren haben sich ja viele interessante Trends entwickelt. Im Internet fanden es alle toll, wenn irgendwo Oreo- Kekse drin sind, in Filmen freuen sich Frauen über Matthias Schweighöfer. Ja, er hat ’ne lustig strubbelige Frisur und einen Ostberliner Dialekt. Aber neben „Friendship“ habe ich den Hype um diese Person leider nicht verstanden.

Klar, er ist ein guter Schauspieler und noch besser, nachdem er sich von den Nuschel-Zahl-Körperteil-Tier-Filmen abgenabelt hat. Mir blieb also gar nichts anderes übrig, als mir „Frau Ella“ anzuschauen. Und was soll ich sagen? Ich war am Ende weniger überrascht als ich es mir vorgestellt hatte.

Kurz zum Inhalt:

Sascha ist dreißig Jahre alt und Taxifahrer. Obwohl, eigentlich ist er Arzt, zumindest fast, aber das wissen wir noch gar nicht. Als er eine junge Frau an der Straße mitnimmt, eröffnet sie ihm nach einem kurzen Gespräch, dass sie schwanger ist. Sie, seine Freundin Lina, freut das sehr, ihn hingegen gar nicht. Er nimmt den nächsten Fahrgast mit und verursacht durch seine Unkonzentriertheit einen Unfall.

Im Krankenhaus lernt Sascha Ella Freitag kennen. Frau Ella, wie er sie nennt, hat Bluthochdruck, schnarcht und hat eine Verletzung am Auge. Um einer Operation aus dem Weg zu gehen, die sie möglicherweise das Leben kosten würde, entführt er sie kurzerhand aus dem Krankenhaus. Frau Ella und Saschas Mitbewohner Klaus, der ihnen helfen wollte, sind nun auf der Flucht.

Frau Ella erzählt Sascha und Klaus von ihrer jungen Liebe, die sie in einem Krankenhaus nahe Berlin gepflegt hat: Jason. Die drei beginnen einen Roadtrip quer durch Deutschland und Frankreich, um die Liebe nach 50 Jahren wieder aufblühen zu lassen. Von Paris bis an die Südküste Frankreichs erleben die drei einiges erheiterndes und niederschlagendes, bis Frau Ella endlich da ankommt, wo ihre lang verloren geglaubte Liebe leben soll. Aber kann man jemanden nach 50 Jahren wiederfinden und an alte Zeiten anknüpfen?

Die Story ist ja eigentlich ganz süß, wenn auch etwas durchschnittlich und voller Klischees. Den Charme des Roadtrips, den wir aus Schweighöfers erstem Film mit Regisseur Goller kennen (Friendship) ist leider verflogen und man könnte ihn längst mit Til Schwieger austauschen. Man würde keinen Unterschied sehen. Nur halt hören.
Neben Klischees und einigen Längen weist der Film vor allem eins nicht auf: Überraschungen. Im Prinzip ist einem schon zu Beginn klar: Das ist der Mann, der mit der Frau am Ende glücklich sein wird. Schade eigentlich. Eine große Überraschung wäre doch gewesen, wenn Frau Ella und Sascha sich verliebt hätten, oder?
Ebenfalls ein bisschen zu viel sind mir persönlich diese ganzen Kalendersprüche, die hier und da in die Szene geworfen werden: „Wir bereuen nicht die Fehler die wir gemacht haben, sondern das, was wir nicht gemacht haben.“ Dadurch wirkt alles ein bisschen zu konstruiert.

Abschließend kann man sagen, dass der Film „nur“ ganz nett ist. Er ist perfekt für ein DVD-Abend-Date oder wenn man sich mal mit der Frau seiner Wahl auf die Couch kuscheln möchte, um zu sehen, wie sie Herrn Schweighöfer anschmachtet.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht die richtige Zielgruppe – Fräulein Bücherwald ist meines Wissens nach zum Beispiel „total begeistert!“ von dem Film. 😉

Lieblingszitat aus dem Film:

„Das Leben ist keine BILD-Zeitung.“

3 von 5

Filmtitel: Frau Ella
Produktionsfirma: Warner Bros
Regisseur: Markus Goller
Premiere: 08. Oktober 2013
Hauptdarsteller: Matthias Schweighöfer (Sascha Hanke)Ruth-Maria Kubitschek (Frau Ella)Anna Thalbach (Schwester Erika)

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