Filmrezension: Hercules (2014)

hercules-2Nun, was soll ich sagen? Zumindest die Musik im Abspann war echt gut!

Man hätte ja schon stutzig werden können, als man gelesen hat, dass Dwayne Johnson, besser bekannt unter seinem Wrestling-Pseudonym „The Rock“, die Rolle des Hercules übernimmt. Aber ich wollte mich eines Besseren belehren lassen und habe mir trotzdem den Film angeschaut. Und es kam, wie es kommen musste: Ich habe mich nicht enttäuscht und doch Recht behalten.

Die Sage um Hercules besagt, dass er ein Halbgott ist. Gezeugt von Zeus mit einer Sterblichen, als Ausrutscher quasi, der, um die Frau von Zeus besänftigen zu können, zwölf Aufgaben meistern muss. Schafft er es, ist er frei.

Im Film Hercules hat man es allerdings ein bisschen anders – eigentlich viel interessanter – gelöst. Hercules ist gar kein Halbgott, sondern einfach ein gutgebauter, großgewachsener Mann mit zotteligem Haar und Bart, der mit einem Geschichtenerzähler, einem Seher, einer Bogenschützin, einem Irren und einem Messerwerfer – also im Prinzip mit einer kämpfenden Special Effect- Truppe – durch das damalige Europa zieht und als Söldner Aufgaben für Könige und Herrscher bewältigt, um irgendwann schick an der Schwarzmeerküste leben zu können. Halten wir fest: Bis hier hin ist die Geschichte eigentlich noch ok.

Hercules bekommt von einem König den Auftrag, dessen Gegner auszuschalten, bevor dieser das ganze Land in Schutt und Asche gelegt und jeden, der ihm im Weg steht, umgebracht hat. Der Gegner ist in diesem Fall ein Zentaur. Eine Mischung aus Pferd und Mensch. Also unten Pferd, oben Mensch. Ganz nützlich bestimmt.

Hercules und seine Truppe bilden für diesen Kampf die Soldaten des Königs aus und schaffen es tatsächlich, die Gegner zu stoppen. Aber wie es nun mal so ist in solchen Geschichten, ist eigentlich der König der Böse.
Ja, ich saß an dieser Stelle auch im Kino und dachte mir „Ist nicht wahr? Und ich dachte der Film geht nur eine Stunde?“. Also es ist relativ vorhersehbar, aber nun gut. Der junge Halbgott mit den strahlend weißen Zähnen findet das natürlich nicht so gut und schwört den König zu stoppen und was wäre so ein Film denn ohne Happy End?

Problem Nr. 1: Dwayne „The Rock“ Johnson spielt Hercules und wer die anderen Filme von und oder mit ihm gesehen hat, weiß was das bedeutet

und

Problem Nr. 2: Wie der ganze Film aufgezogen wird.

Klar, es waren damals echt düstere Zeiten, aber muss denn 60% des Filmes im Prinzip im Dunkeln spielen? Dann machen Schlachten ja kaum Spaß! Auch damals gab es schon Tageslicht! Und wieso bleiben wir denn nicht bei einer Sprache? Zum einen spricht man gewählt, den damaligen Zeiten angemessen, zum anderen merkt man, dass das Drehbuch erst in den letzten Jahren entstanden ist. Natürlich, es ist ein Unterhaltungsfilm, aber eben kein guter.

Ich hab mich wirklich stellenweise schwer getan, sitzen zu bleiben und nicht einfach zu gehen. Es macht nicht mal Spaß, einfach da zu sitzen und Popcorn zu essen. Und das sagt schon viel über den Film aus.

Fakt ist: Die Idee, dass Hercules eigentlich gar kein Halbgott, sondern ein schwindelnder Söldner mit einer Truppe hinter sich ist, ist sehr gut. Die Umsetzung leider völlig danebengegangen. Vom Actionfaktor ist es okay, ein paar Witze gibt es auch, aber auch das hält sich in Grenzen. Es fällt mir daher schwer, überhaupt ein Fräulein zu vergeben und auch bei dem Lieblingszitat hab ich mich schwer getan.

Empfehlung meinerseits: Es gibt wirklich gute Herkules-Verfilmungen (diese dann auch mit k und nicht mit c). Schaut euch diese an, sei es die Disney Verfilmung oder eine Version, die sonntagmorgens um fünf Uhr auf Kabel 1 läuft, ich gebe euch mein Wort: Sie sind besser.

Lieblingszitat aus dem Film:

Brennender Pfeil fliegt auf Hellseher zu
Hellseher: „Es ist soweit, ich werde sterben“
Hercules fängt den Pfeil.
Hercules: „Noch nicht.“
Hellseher: „Das war mein Moment. MEIN SCHICKSAL!“
Hercules: „Gern geschehen.“

1 von 5

Filmtitel: Hercules
Originaltitel: Hercules

Produktionsfirma: Metro-Goldwyn-Mayer
Regisseur: Brett Ratner
Premiere (Deutschland): 2014
Hauptdarsteller: Dwayne „The Rock“ Johnson (Hercules)

Advertisements

Ein Gedanke zu “Filmrezension: Hercules (2014)

  1. Pingback: Filmrezension: Flight (2012) | Fräulein Bücherwald

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s