Gabaldon, Diana: Die geliehene Zeit

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Die geliehene Zeit, der zweite Band der Highland- Saga von Diana Gabaldon, führt uns wieder zurück in die Geschichte von Claire Randall und Jamie Fraser, die durch die Jahrhunderte getrennt sind.

Wir erinnern uns: Im ersten Band „Feuer und Stein“ lernten wir Claire Randall, eine englische Krankenschwester, kennen, die durch einen Zufall durch einen magischen Steinkreis in Schottland ging und im Schottland des 18. Jahrhunderts Jamie Fraser kennenlernte. Und nicht nur das, sie gerät mitten in den sich ankündigenden Krieg zwischen England und Schottland. Und zum Ende des Romans entscheidet Claire sich dagegen, wieder durch den Steinkreis zurückzugehen, sondern sie beschließt, bei Jamie zu bleiben und sein Kind zu bekommen.

Zu Beginn von „Die geliehene Zeit“ werden wir allerdings mit einer ganz neuen Situation konfrontiert. Wir befinden uns wieder in der Mitte des 20. Jahrhunderts und Claire kehrt als erfolgreiche Ärztin nach Schottland zurück. Mit dabei: Ihre 20jährige Tochter Brianna. Ist sie etwa das Kind, mit dem Claire damals schwanger war? Jamies Tochter? Und was machen die beiden in der „Gegenwart“? Wann ist Claire wieder durch die Steine gegangen?

Ähnlich wie am Anfang des ersten Buches beschäftigt Claire sich wieder mit dem Erforschen der alten schottischen Geschichte. Dafür lernt sie den Adoptivsohn des alten Pfarrers kennen, der mittlerweile gestorben ist, im ersten Band aber noch vorkam. Und schnell wird klar: Brianna weiß nichts von der Geschichte ihrer Mutter und der Zeitreise. Aber es wird auch nicht ganz klar, was Claire herausfinden möchte.

Schließlich erzählt sie „den Rest“ der Geschichte bis zu ihrem Rückgang durch den Steinkreis. Von Jamies und ihrer Flucht nach Frankreich, die zum Ende des ersten Bandes schon angekündigt wurde, von ihrem Leben dort, schrecklichen Tragödien und großartigen Momenten, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, den Krieg zwischen der englischen Krone und den schottischen Rebellen zu vereiteln. Und vor allem eine Schlacht zu verhindern: Die Schlacht von Culloden, in der die Schotten niedergemetzelt werden.

Natürlich glaubt Brianna diese Geschichte zunächst nicht – es klingt ja auch sehr absurd. Also muss ein Beweis her. Und der ist so unglaublich, dass auch jeder noch so eingefleischte Fan aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt.

„Die geliehene Zeit“ schließt von Sprachniveau, Spannung, Tragik und Komik nahtlos an den Vorgänger an. Ich liebe diese ganze Reihe über alles und ertappe mich auch jetzt, beim nochmaligen Lesen, immer wieder beim Schmunzeln, Lachen und Weinen. Diese Geschichte hat so einen Reiz, so eine Emotionalität, man muss nicht auf Zeitreisen stehen, um sich davon gefangen nehmen zu lassen. Die historische Genauigkeit, die einen exakten Grat findet zwischen Fakten und Fiktion, sucht ihresgleichen. Und trotzdem steht hinter allem immer wieder die Frage, ob Geschichte sich verändern lässt. Oder ob wir in der Zukunft dann nicht schon wieder die veränderte Geschichte kennen würden.

In diesem Band wird noch keine abschließende Antwort darauf gegeben. Aber es wird klar: Die Geschichte von Claire und Jamie kann noch nicht vorbei sein, auch nicht, wenn Claire sich gerade in der Gegenwart befindet.

Man nehme sich also direkt den nächsten Band „Ferne Ufer“ und schmökere weiter!

5 von 5

Titel: Die geliehene Zeit
Originaltitel: Dragonfly in Amber
Autor: Diana Gabaldon
Übersetzer: Sonja Schumacher
ISBN-13: 978-3442350247
Seitenzahl (gebundene Ausgabe): 992 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 24. September 2007

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5 Gedanken zu “Gabaldon, Diana: Die geliehene Zeit

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