Gier, Kerstin: Silber – Das erste Buch der Träume

71PAMR4-WrL._SL1181_Was sind Träume? Warum kann man sich manchmal an seine Träume erinnern und manchmal nicht? Träumen Menschen unterschiedlich oft und lang? Was beeinflusst Träume? Diese und andere Fragen habe ich mir ehrlich gesagt noch nie gestellt. Ich habe mich auch noch nie mit der Analyse von Träumen beschäftigt und Menschen, die Traumtagebücher schreiben, eher belächelt, weil Träume für mich bisher nicht sehr aussagekräftig erschienen. In dieser Hinsicht war ich schon immer ein sehr rationaler Mensch.

In Verbindung mit Kerstin Giers Trilogie- Auftakt „Silber – Das erste Buch der Träume“ habe ich allerdings begonnen, meinen Träumen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. In dem Jugendroman geht es um Liv Silber, die mit ihrer Schwester Mia und ihrer Mutter zu Beginn der Geschichte nach London zieht. Dort erwartet sie allerdings kein kleines Cottage, ein richtiges Zuhause, welches sich die Schwestern schon immer gewünscht haben, sondern eine gesamte Patchworkfamilie, denn Livs Mutter hat beschlossen, mit ihren Töchtern bei ihrem Freund einzuziehen. Stress ist hier also vorprogrammiert, auch wenn Grayson, der Sohn, eigentlich echt nett ist.

Liv hat schon immer rege Träume gehabt. Aber als sie in dem neuen Haus das erste Mal bewusst träumt, geschieht etwas Seltsames: Sie sieht im Traum eine Tür, die in einen Korridor führt, kann dort andere Türen betreten und wohnt einem seltsamen Ritual bei, das Graysons Clique (natürlich die Clique der schönsten und coolsten Jungs der Schule) im Traum gemeinsam durchführt. Klingt verrückt, oder? Bis zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch extrem skeptisch, was das ganze Buch anging. Aber dann hat es mich so gefesselt und so gefangen genommen, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe.

Denn Liv gerät gemeinsam mit Grayson und seinen Freunden Arthur, Henry und Jasper in einen richtig Strudel aus Träumen und über allem schwebt ein Dämon, der diese bewusste und gemeinsame Art des Träumens angeblich verursachen soll. Aber im Verlauf des Romans wird klar: Irgendwer spielt ein falsches Spiel. Nur wer?

Als Nebenhandlung taucht eine Person immer wieder auf: Secrecay, eine unbekannte Person, die einen Blog über die Leute aus der Schule führt und deren Interesse sich sehr schnell auf Liv konzentriert. Sie kennt alle Geheimnisse der Schüler und Liv und Mia nehmen sich vor, die Identität der Blogschreiberin zu lüften, dies geschieht aber wahrscheinlich erst im dritten Band, nehme ich mal an. Trotzdem kann man sich auch als Leser schon immer wieder Gedanken machen, wer wohl hinter Secrecy steckt, die im schönsten „Gossip Girl“- Stil über die Schüler herzieht.

Und dann darf natürlich auch Livs Liebesgeschichte nicht fehlen… das Buch setzt also auf vielen Handlungsebenen an, die auch gut vorankommen. Ich hatte nicht eine Minute das Gefühl, dass es langweilig wird, man fiebert mit und wünscht sich, diese Art des Träumens auch mal auszuprobieren.

Ein wundervoller Jugendroman mit einem ungewöhnlichen Thema, auf das man sich einlassen muss. Man bekommt keine genaue Erklärung geliefert, wie das nun alles möglich ist, deshalb muss man die Tatsache, dass hier so ungewöhnlich geträumt wird, einfach hinnehmen und sich von der Geschichte und den Personen gefangen nehmen lassen. Aber vielleicht wird hier gegen Ende der Trilogie ja auch noch etwas aufgeklärt.

Ich vergebe 5/5 Fräulein für den ersten Band, weil ich mich von einer Fantasy- Geschichte so habe überzeugen lassen und das, obwohl ich nun wirklich keine eingefleischte Fantasy- Leserin bin (die „Zeitrausch“- Trilogie mal ausgenommen).

5 von 5

Titel: Silber – Das erste Buch der Träume
Autor: Kerstin Gier

ISBN- 13: 978-3841421050
Seitenzahl (gebundene Ausgabe): 416 Seiten
Verlag: Fischer FJB
Erscheinungsdatum der Auflage: 18. Juni 2013

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