Tatort: Paradies (Wien)

Tatort-WienBibi Fellner und Moritz Eisner, ihres Zeichens die Wiener „Tatort“- Kommissare, haben Urlaub. Bibi Fellner möchte nach Kreta, Moritz Eisner will zwei Wochen mit seiner Tochter verbringen.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und Kommissare beim Relaxen machen noch keinen guten „Tatort“. Also bekommt Fellner bereits am Flughafen einen Anruf aus einem Altenheim in der Steiermark: Ihr Vater liegt im Sterben. Überstürzt machen sich die beiden auf den Weg, damit sie sich von ihm verabschieden kann, da die beiden keinen Kontakt zueinander hatten.

Nach dem Tod des Vaters kommt der Schock: Er, ein mittelloser Sozialhilfeempfänger, hinterlässt seiner Tochter den Schlüssel zu einem Bankschließfach, in dem über 60.000 Euro lagern. Eisner wittert sofort eine Verschwörung und die beiden ermitteln – unerlaubterweise – auf eigene Faust. Urlaub ist eben für „Tatort“- Kommissare nur mit Verbrechen schön.

Tatsächlich kommen die beiden einer Verschwörung auf die Spur: Hinter den angeblichen Einkaufsfahrten der alten Leute, die in dem Altenheim wohnen, nach Ungarn scheint mehr zu stecken als die günstigen Lebensmittelpreise im Nachbarland. Fellner und Eisner schleusen einen alten Freund, einen pensionierten Ermittler, ein und stellen sich beim Beschatten der Alten so dämlich an, dass dieser direkt mal in einem Raststättenklo zusammengeschlagen wird. Nur warum? Die Antwort lautet: Drogenschmuggel über die ungarische Grenze. Die genaue Antwort lautet: Es geht um Chrystal Meth. Wie Fellners und Eisners Chef ganz richtig bemerkt: „Das ist ja wie bei Breaking Bad hier!“

Aber der Wiener „Tatort“ überzeugt. Mit Witz und Charme in den Dialogen, Spannung und Tiefgründigkeit in der Handlung. Eisner stellt am Ende fest: „Alte Leute sind gefährlich, die haben nichts mehr zu verlieren.“ Und genau darum geht es auch. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht und dann auch noch in diesem Alter, man sein Leben lang hart gearbeitet hat, dann träumt man nur noch vom „Paradies“ – titelgebend für diese „Tatort“- Folge.

Dass am Ende die Verschwörung noch ein bisschen tiefgehender ist, eine Familientragödie dahintersteckt, eine unglückliche Lebensgeschichte, das hätte ich gar nicht mehr gebraucht, aber zum Ende wollten die Macher des Tatorts wohl noch ein bisschen Blut mit ins Spiel bringen und so stürzte sich der Kopf der Schmuggler- Opis noch von einem Dach. Und fiel direkt neben seine Tochter. Die gerade wiederum ihren Sohn verloren hatte, den der Opa auch umgebracht hat und mit dem er auch die Drogengeschäfte durchgezogen hat. Verworren und dem Fall leider nicht wirklich dienlich. Aber eine Drogengeschichte im Krimi braucht immer einen kriminellen Kopf – in diesem Fall den Enkel. Verstanden? Falls nicht, ist es auch nicht schlimm. Spannend war es auf jeden Fall.

Das Wiener „Tatort“- Team finde ich ja sowieso meistens klasse, die beiden sind einfach überzeugende Darsteller und dass Bibi Fellner auch eine gefühlvolle Seite hat und ein Schicksal mit sich herumträgt, war auch interessant.

Natürlich kann man jetzt aber wieder meckern, bla bla, die sind immer persönlich involviert, bla bla, die dürfen nicht ermitteln, bla bla. Mir in dem Fall egal, weil ich ihn gut gemacht fand und mich sehr gut unterhalten gefühlt habe. Und man hofft einfach, dass das alles sowieso nicht so ganz realitätsnah ist.

Titel: Paradies
Ort: Wien
Tatort Nr.: 914
Erstausstrahlung: 31.08.2014
Ermittler: Eisner & Fellner
Hauptdarsteller: Harald Krassnitzer Adele Neuhauser

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