Tatort: Alle meine Jungs (Bremen)

Tatort-Bremen

Nach dem letzten sehr guten Bremer Tatort „Brüder“, in dem es um Clan- Machenschaften ging, war die Erwartung für den heutigen Fall wieder recht hoch. Der Bremer Tatort mit den Kommissaren Inga Lürsen und Nils Stedefreund gehört ja sowieso zu einem meiner Lieblingsteams, aber ich war wirklich sehr gespannt auf „Alle meine Jungs“, weil er einen kompletten Gegensatz zu dem vorherigen, sehr politischen Fall, bilden sollte.

In „Alle meine Jungs“ werden die Kommissare zunächst mit einem toten Müllmann konfrontiert. In der Firma, für die er gearbeitet hat, stoßen sie auf eisiges Schweigen und nicht mal die Mutter seines Kindes scheint sonderlich zu trauern. Schnell wird klar, dass hier mehr dahintersteckt als eine Truppe Müllmänner, die sich auch privat gut verstehen, denn sie alle sind ehemalige Sträflinge und haben ein und denselben Bewährungshelfer: „Papa“. Die Müllfirma, bei der sie angestellt sind, hat für Papas Jungs einen Kredit aufgenommen und ihnen Häuser gekauft, die sie nun von ihrem Gehalt wieder abzahlen, sie bekommen zahlreiche Boni und Zusatzleistungen und wirken auf den ersten Blick wie eine große glückliche Familie. Doch dann gibt es da noch Sascha, der offensichtlich aus der ganzen Sache aussteigen will und belastendes Material gegen alle in der Hand hält. Und dann werden die lieben Jungs auf einmal zu ganz und gar unangenehmen Zeitgenossen. Lürsen und Stedefreund decken mafiaartige Strukturen innerhalb dieser Mannschaft auf, die sich bis in die obere Führungsetage der Müllverbrennungsfirmen erstrecken.

Zwischenzeitlich hatte ich ein paar Probleme, der Story zu folgen, da ich mich in dem Metier nicht sonderlich gut auskenne und die hingenuschelte Erklärung des einen Müllmanns, warum jetzt genau diese ganze Firmen da mit drinhängen und diese Männer so unterstützen, ist mir nicht so ganz klar geworden. Vielleicht liegt das aber auch nur an mir. 

Insgesamt war es ein spannender Tatort, der (für mich) überraschende Wendungen nahm und bis auf das Ende plausibel war. Am Ende zeigt sich nämlich „Papa“ mitsamt seinen Jungs im Grunde selbst an. Was dafür der Grund war, ist mir nach wie vor vollkommen schleierhaft… 😦 Er sagte ja, dass „Köpfe rollen“ müssen, damit der Müllbetrieb in Bremen weitergehen kann, nachdem die Polizei wegen der Ermittlungen alles gestoppt hat, aber warum er, dieser unangenehme eklige skrupellose Kerl, jetzt auch seinen Kopf hingehalten hat, erschließt sich mir nur begrenzt.

Aber ansonsten waren die Kommissare wieder sehr menschlich gezeichnet, vor allem Inga Lürsen und die problematische Beziehung zu ihrer Tochter wurde hier wieder eingearbeitet.

Worüber man sich bei diesem Tatort streiten kann, ist vielleicht noch die Musikauswahl, die war diesmal nur so lala, viel bekanntes, aber auch viel Gedudel, was für mich die Akustik mit diesen ganzen nuschelnden Leuten noch schwieriger gemacht hat (oder habe ich heute einfach was mit den Ohren, ich habe die teilweise echt nicht verstanden?).

Ansonsten war das ein guter Tatort, der mich nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt, aber der mir gute Unterhaltung geboten hat. Das Ende empfand ich zwar als unlogisch, aber auch nicht so unlogisch, dass ich mir nun tagelang den Kopf darüber zerbrechen werde.

Seit einigen Wochen kann man sich für die Fälle wirklich nicht mehr beschweren, finde ich, seit dem letzten Til Schweiger- Tatort (09.03.) war kein Totalausfall mehr dabei. Sehr sehr gut :-)!

Titel: Alle meine Jungs
Ort: Bremen
Tatort Nr.: 911
Erstausstrahlung: 18.05.2014
Ermittler: Lürsen & Stedefreund
Hauptdarsteller: Sabine Postel – Oliver Mommsen

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