Tatort: Kaltstart (Wilhelmshaven)

Tatort WHV

Das war er also, der Tatort aus Wilhelmshaven. Also aus Hamburg. Also Hamburg und Umgebung. Ich muss zugeben, beim ersten Fall des Teams Falke & Lorenz war ich mir selbst nicht sicher, wie ich diesen finden sollte, bei diesem von heute Abend habe ich aber eine klare Meinung: Super Schauspieler, super Musikauswahl, schöne Bilder aus der Luft.

Aber kommen wir erstmal zur Handlung: Zu Beginn sehen wir eine Art Sondereinsatzkommando am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Alle warten auf den Zugriff, als in einem kleinen Häuschen eine Bombe hochgeht und eine Ermittlerin stirbt. Wie wir wissen: Die Freundin von Thorsten Falke. Zugriff auf den mittlerweile umstellten Container. In diesem eine Handvoll illegale Einwanderer aus Afrika. An diesem Punkt könnte man denken, man sucht den Mörder der Kollegin, aber man sucht erstmal nach dem Schleuser, der Mord gerät zunehmend in den Hintergrund. Nur zwischendurch, wenn Falke ein Foto von sich und seiner getöteten Freundin in die Hand nimmt, hat man kurz das Gefühl, er würde vielleicht auch nach dem Mörder suchen. Anschließend kaut man noch ein bisschen die Vorurteile durch, die man so über Afrika kennt und am Ende einigt man sich darauf „Nein, es geht nicht um Rohstoffe, es geht um Waffen. Ein Milliardengeschäft“. Hier sollte ich vielleicht anmerken, dass der Tatort die ganze Zeit wirkt, wie eine Mischung aus CSI, Staatsfeind Nr. 1 und Matrix Reloaded. Man ist dem Täter auf der Spur, aber sieht ihn nicht. Oder der Täter ist einem auf der Spur und deswegen immer einen Schritt voraus. Dieser nutzt nämlich Drohnen, um die Polizei und alles zu beobachten. Dann blendet man noch Edward Snowden kurz ein und schon ist der „Lass uns möglichst aktuell wirken“-Effekt perfekt.

Kurz: Am Ende schafft es unser Held nach Verfolgungsjagd natürlich doch noch den Täter und – zumindest scheint es auf die Ermittler anfangs so – Drahtzieher des ganzen Geschäfts zu stellen und auch zu erschießen.

Ich fand den Tatort eigentlich ganz gut. Anfangs war ich vielleicht etwas voreingenommen, weil der vorherige Fall des Ermittlerduos so strange war, aber ich finde, man kann ihn mögen, auch wenn er etwas verschroben daherkommt. Er ist halt irgendwie ein bisschen norddeutsch und passt zu dem Ermittlerduo, bei dem, wie in anderen Teams schon, ein etwas schrulliger Ermittler eine ganz normale Beamtin an die Seite gestellt bekommen hat.

Fazit: Netter Tatort, nicht unbedingt der Überflieger, aber längst nicht so schlimm, dass ich alle fünf Minuten auf die Uhr geschaut hab und gehofft habe, dass es bald vorbei ist.

Weiter so Norddeutschland, vielleicht wird’s ja wenigstens was mit dem Tatort, wenn es schon mit dem Wilhelmshavener Hafen nicht klappt.

Titel: Kaltstart
Ort: Norddeutschland
Tatort Nr.: 909
Erstausstrahlung: 27.04.2014
Ermittler: Falke & Lorenz
Hauptdarsteller: Wotan Wilke MöhringPetra Schmidt-Schaller

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