Berling, Carla: Sonntags Tod

sonntags_todWer diesen Blog häufiger liest, wird gemerkt haben, dass ich eher selten Krimis lese. Stattdessen schaue ich sie lieber im Fernsehen. Die meisten Krimis in Buchform sind mir zu gleich, zu offensichtlich in der Lösung und strahlen allgemein wenig Reiz aus. Und dauern zudem im Gegensatz zu einem „Tatort“ deutlich länger als 1,5 Stunden.

Trotzdem habe ich am Montag auf einer längeren Zugfahrt den Krimi „Sonntags Tod“ von Carla Berling  gelesen. Man muss Büchern ja auch eine Chance geben.

Und was soll ich sagen… Chance genutzt! Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und meine Mitreisenden meinten nachher, wir hätten auch in Göttingen und Hannover einen Zwischenhalt gehabt. Dies könnte ich so nun nicht bestätigen, das muss an mir vorbeigegangen sein.

Dabei ist der Roman eigentlich gar nicht krimitypisch aufgebaut – und genau das ist wahrscheinlich seine Stärke. Die Journalistin Ira Wittekind besucht die Beerdigung einer alten Freundin in ihrer Heimatstadt Bad Oeynhausen, in der sie länger nicht war. Natürlich trifft sie viele alte Bekannte wieder und Kindheitserinnerungen leben auf.

Als sie einige Tage später in ihrem Job mit auf Polizeistreife fährt, wird in einer Wohnung eine verweste Leiche gefunden. Und schnell wird klar: Dieser Tote und der Tod von Iras Freundin haben etwas miteinander zu tun!

Dabei deckt sie die dunkelsten Geheimnisse einer befreundeten Familie auf und auch der Traummann ist nicht weit…

Die Geschichte ist meiner Meinung nach wirklich unvorhersehbar. Iras Gedankengänge sind schon sehr komplex und immer, wenn man sich an etwas erinnert, erinnert sie sich auch daran und ist direkt wieder auf der richtigen Spur. Bis zur letzten Seite war ich total gespannt, wie alles aufgelöst wird. Und dann ist die Lösung doch auf einmal sehr klar, sehr eindeutig.

Dass in einer Familie, die sich am liebsten in Schweigen hüllt, tiefe Abgründe lauern, ist zwar sicher keine neue Idee, aber Carla Berling hat sie wirklich gut umgesetzt. Kurzweilig, sprachlich sicher und anschaulich beschreibt sie das Leben in der Kleinstadt, inklusive regionalen Eigenheiten wie besonderen Spezialitäten und Dialekt.

Carla Berling stammt übrigens selber aus Bad Oeynhausen und das merkt man. Dieses Buch ist eine absolute Liebeserklärung an eine Kindheit in Ostwestfalen.

Am Rande: Ich habe übrigens lange über den Titel gerätselt. Ob es wohl „Sonntagstod“ heißen soll und da ein Schreibfehler drin ist? Oder ob da jemand sonntags stirbt? Aber dann müsste es doch „Sonntags tot“ heißen? Wie auch immer – der Titel erklärt sich schnell und ist in der Tat korrekt!

Erhältlich ist „Sonntags Tod“ übrigens als Taschenbuch und als Kindle- Edition.

Und ich bin wieder ein wenig versöhnt mit dem Genre „Krimi“. Wenn ihr tolle Tipps in Sachen Krimis habt, könnt ihr sie mir übrigens gerne schreiben, ich werde nun Krimi- Fräulein!

4 von 5

Titel: Sonntags Tod
Autor: Carla Berling
ISBN-13: 978-1492396185
Seitenzahl (Taschenbuch): 296 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 27. September 2013

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4 Gedanken zu “Berling, Carla: Sonntags Tod

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