Tatort: Todesspiel (Konstanz)

Tatort-KonstanzWas zeichnet den Konstanzer Tatort aus? Nun, normalerweise vor allem die sympathischen Kommissare Klara Blum und Kai Perlmann und die oft sehr klassischen, unaufgeregten Tatort- Fälle, in denen man häufiger mal mit den gemütlichen Schweizer Kollegen zusammenarbeitet.

„Todesspiel“ hieß der heutige Tatort und eben dieses war Programm. Platziert wurde dieser Fall nämlich in der Welt der Reichen und Schönen, die sich gerne mal auf eine Partie Russisch Roulette treffen. Und dann wird plötzlich einer von ihnen erschossen.

Zunächst wurden jedoch alle Klischees aus dem Milieu der „Playboys“ und „Castingshowteilnehmer“ verarbeitet: Champagner en masse, Fesselspielchen im Schlafgemach, überhebliches Rumgefasel.

Nun gut. Blum und Perlmann und ihre Assistentin Beckchen, die den niedlichsten Dialekt spricht, den das Deutsche zu bieten hat, boten den nötigen bodenständigen Kontrast.

Perlmann schleust sich undercover in der Clique des Toten ein und darf ein wenig Glamour verspüren, aber auch die Champagnerrechung bezahlen, die eine witzige Nebenstory verursacht, als er versucht, die Rechnung als Spesen einzureichen.

Leider entwickelte sich der Plot allerdings nicht so glamourös wie Perlmanns Leben. Denn spätestens um 21:15 Uhr wusste dann doch jeder Zuschauer, wer der ominöse „Boris“, von dem alle sprachen, war. Nur die Kommissare tappten noch im Dunkeln und unterhielten sich seelenruhig in ihrem Büro, während draußen das „Todesspiel“ weiterging.

Insgesamt war die Story sicherlich nicht so prickelnd wie das Lieblingsgetränk der Hauptpersonen, genau genommen ist sie erst am Ende so richtig in Schwung gekommen. Der Knall kam aber nicht. Keine krasse Szene, die im Gedächtnis blieb, keine schauspielerische Leistung, die beeindruckte.

Eva Matthes und Sebastian Bezzel spielten gewohnt lässig und routiniert, echte Freude war allerdings auch nicht zu erkennen. Die drei Schnösel der Clique brillierten höchstens in einem Gesichtsausdruck: Pokerface.

Die actionreichste Szene war übrigens das herunterfallende Whiskeyglas in Slowmotion, das am Boden in 1000 Teile zerspringt. Und der letzte Schuss des Films. Mit der kreischenden Möwe. „Notruf Hafenkante“ lässt grüßen.

So wirklich begeistert hat mich der Tatort nicht. Aber er war solide. Ich habe mich nicht gelangweilt, konnte aber auch mal kurz ohne übertriebene Eile in die Küche laufen, als die (Wasser!)flasche leer war.

Nächstes Mal schaue ich Tatort dann mit Champagner, vielleicht knallt’s dann mal wieder so richtig.

Titel: Todesspiel
Ort: Konstanz
Tatort Nr.: 896
Erstausstrahlung: 19.01.2014
Ermittler: Blum & Perlmann
Hauptdarsteller: Eva Mattes Sebastian BezzelAnna Bederke

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