Tatort: Der Eskimo (Frankfurt)

Tatort-FrankfurtEin Kommissar mit Schnapsglas und Alkoholproblem. Eine joggende Frau im roten Outfit vor typischer Frankfurter Kulisse. Der Tatort begann stimmungsvoll. Dann ein zweiter Jogger. Im nicht ganz so schönen Outfit. Und schon war er tot. Und der Kommissar torkelt zur Schicht. Fast bekommt er die Frau im roten Anzug sogar noch zu fassen, aber sie entwindet sich ihm.

Kurz darauf gibt es sogar schon zwei Tote. Der erste Tote, der Jogger, ist Lehrer an der Schule von Kommissar Steiers Exfrau. Der andere ein Literaturwissenschaftler, der sich Gregor Samsa nennt, mit unklaren Verhältnissen und einem unbescholtenen Leben.

Daneben wird eine parallel laufende Handlung um Steiers Exfrau und ihren neuen Lover erzählt, der mehr als seltsam scheint und schnell wird klar, dass er etwas mit dem Fall zu tun haben muss.

Der Frankfurter Kommissar Steier (Joachim Król) ermittelt diesmal gemeinsam mit einer Polizeianwärterin (gespielt von der großartigen Alwara Höfels) und die beiden liefern sich sehens- und hörenswerte Schlagabtausche. Für den Humor ist also auch gesorgt in dieser Folge.

Trotzdem kommt der Kommissar geradezu erschreckend langsam auf die Lösung des Falls, zumindest aus Sicht des Zuschauers, der immer wieder mit Informationen gefüttert wird, die sich dem Wissen des Kommissars entziehen. Aber der ist sowieso mehr damit beschäftigt, seine neue Kollegin doof und den Alkohol super zu finden. Außerdem kommt er eher durch Zufall darauf, dass mit dem Neuen seiner Exfrau etwas nicht stimmen könnte, immerhin nimmt er ihn eher aus Eifersucht denn aus fallrelevantem Misstrauen unter die Lupe…

Der Fall entwickelt sich dann leider von einem spannenden und mysteriösen Krimi zu einem Absurdum: An einer stillgelegten Tanke steht ein voller Benzinkanister. Der eine glaubte, von Aliens abzustammen und der andere kam damit nicht klar. Aber am Ende richtete Luigis, äh… Angelos Grappa dann alles wieder. Und der Kommissar kann wieder im Suff verschwinden. Kreis geschlossen. Tatort aus.

Ich kann gar nicht wirklich sagen, wie ich diesen Frankfurt Tatort fand. Der Kommissar ist einfach super, ein richtiges Unikat mit politisch unkorrekten Sprüchen, Alkoholproblem und Einsamkeit. Joachim Król beweist sich als sehr guter Schauspieler, auch in diesem Film wieder.

Allerdings geriet der Fall für mich am Ende zu sehr aus den Fugen. Irgendwie knallte bei allen eine Sicherung durch und dann hatte ich das Gefühl, gar nicht mehr richtig hinterherzukommen, beziehungsweise alles schnell genug zu verstehen. Und das, obwohl die Regie sich schon Mühe gab und ab und an vergangene Szenen nochmals einspielte, damit man sich wieder erinnern konnte.

Wäre das Tempo der letzten Viertelstunde auf die letzte halbe Stunde verteilt worden, wäre das vielleicht besser gewesen. Aber auch so: Der Tatort machte Laune. Er war kein Glanzstück, aber solide gut. Wenn auch in ganz anderer Weise, als man ein „solide gut“ von Odenthal oder Lindholm definieren würde. Er war eben Król- gut.

Leider war es schon Steiers vorletzter Fall. Schade. Dieser Kommissar hätte Kult- Charakter!

Bester Auftritt übrigens: Der durchgeknallte, Messer sammelnde Pathologe. Definitiv.

Titel: Der Eskimo
Ort: Frankfurt
Tatort Nr.: 894
Erstausstrahlung: 05.01.2014
Ermittler: Frank Steier – Linda Dräger
Hauptdarsteller: Joachim KrulPeter Kurth

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