Andersen, Philipp / Bach, Miriam: Warte auf mich

produkt-8623Was passt zu kalten Wintertagen besser als eine Kanne Tee, eine Kuscheldecke und ein Liebesroman mit ganz viel Herzschmerz? Eben – nichts. Also habe ich gestern den Roman „Warte auf mich“ von Philipp Andersen und Miriam Bach gelesen.

Die Geschichte ist wie aus einem Bilderbuch: Er, erfolgreicher Autor historischer Romane. Sie, aufstrebende Jung- Autorin kurz vor dem großen Durchbruch. Und die beiden verlieben sich ineinander. Hals über Kopf und ganz und gar.

Aber was sich so romantisch anhört, muss natürlich auch ein bisschen kompliziert sein und so wurde noch eine Ehefrau herbeigeschrieben.

Die beiden Hauptpersonen (übrigens Philipp Andersen und Miriam Bach höchstpersönlich) beginnen also eine Amour fou, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, weil Philipp seine Ehefrau nicht verlassen will. Warum? Hab ich auch nicht verstanden.

Und da sind wir auch schon bei der Krux dieses Buches. Ich habe es einfach nicht verstanden. Am Anfang findet ein Verleger ein Manuskript dieses Romans. Teilweise aus Philipps, teilweise aus Miriams Sicht geschrieben. Und der Verleger liest es. Eben genau so, wie der Leser es liest. Und am Ende kommt raus, dass das gar nicht ihre richtigen Namen sind und sie sich nur immer so genannt haben und eigentlich anders heißen, aber anonym bleiben wollen. Weil sie ja SO berühmte Autoren sind.

Dadurch ergeben sich im Roman aber erhebliche Ungereimtheiten. Zum Beispiel ist Philipp an einer Stelle rasend vor Eifersucht, weil ein anderer Mann Miriam mit ihrem Spitznamen „Mirchen“ gerufen hat. Aber wenn sie ja gar nicht Miriam heißt, sondern nur er sie so nennt, dann kann sie ja auch niemand „Mirchen“ genannt haben?? Angenommen, sie hieße Ulrike – der Spitzname wäre abwegig!

Nun ja. Auch an anderen Stellen finde ich die Geschichte unlogisch, aber die möchte ich hier nicht vertiefen, um nicht zu viel vorwegzunehmen.

Zwischendurch hat das Buch tatsächlich mal richtig an Fahrt aufgenommen, da konnte ich es kaum noch weglegen, da las es sich ganz locker und leicht und schön und für einen Moment waren mir die beiden Hauptpersonen sogar fast sympathisch.

Bis sie dann wieder ewig von ihren „depressiven Tagen“ schwadroniert haben, die scheinbar beim Künstler- Dasein zum guten Ton gehören und von ihrem ach so großen Erfolg mit der Schreiberei palaverten, wo ich mir immer nur dachte: Also wenn eure vorigen Bücher stilistisch auch so schlecht waren, dann könnt ihr gar nicht so erfolgreich sein.

Ach und noch was: Es ist ja sehr schön, dass die beiden die neuen Medien nutzen und auch sehr schön, dass sie ständig erwähnen, dass sie iPhones haben. ABER: Wenn man sich über die App „WhatsApp“ schreibt, dann schickt man sich NACHRICHTEN! Und keine WHATSAPP! Dann würde man sich ja eine APP schicken! Mann. Das macht mich richtig sauer.

Und in dem Lied „Still“ von Jupiter Jones geht es um den TOD! Und nicht um eure piefige unbedeutende Trennung. So. Das musste wohl mal raus.

Und dann diese grauenhaften Rechtschreibfehler. Irgendwer (Autoren? Lektor?) fand es scheinbar super lustig, alle Sätze, die mit dem Wort „du“ beginnen, klein anzufangen. Also das „du“ kleinzuschreiben, obwohl es ein Satzanfang ist. Ich fand das komisch und auch sonst strotzt das Buch nur so vor Grammatik-, Ausdrucks- und Rechtschreibfehlern. Da muss ich gleich mal den virtuellen Rotstift zücken, eine gutgemeinte 4- unter das Buch kritzeln und es zurück auf seine Bank (Bücherregal) schicken. Und ich gehe in meine Wuthöhle.

2 von 5

Titel: Warte auf mich
Autor: Philipp Andersen & Miriam Bach
ISBN-13: 978-3866123571
Seitenzahl (gebundene Ausgabe): 320 Seiten
Verlag: Pendo
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 14. Mai 2013

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