Gabaldon, Diana: Feuer und Stein

f75fadee75e6755ae5611f504bd4e64-fiDies könnte die längste Rezension werden, die ich hier je geschrieben habe, also werde ich versuchen, mich kurz zu fassen.
„Feuer und Stein“ ist nämlich tatsächlich mein absolutes Lieblingsbuch und als dieses soll es natürlich einen Platz auf dem Blog bekommen, ohne zu groß im Vordergrund zu stehen. Aber ich warne schon mal vor: Diese Rezension wird wahrscheinlich ziemlich unsachlich, weil ich einfach schon seit Jahren so begeistert bin von diesem Buch.

2007 habe ich zum ersten Mal die komplette „Highland- Saga“ von Diana Gabaldon gelesen (deren erster Band eben „Feuer und Stein“ ist). Letzte Woche habe ich das Buch dann mal wieder in die Hand genommen und erneut an einem Tag verschlungen.

Die Geschichte mutet erstmal ziemlich absurd an: Claire Randall und ihr Ehemann leben in England. Nach den Schrecken des 2. Weltkriegs, der sie 6 Jahre lang voneinander getrennt hat, wollen sie gemeinsam verreisen, um wieder möglichst viel Zeit miteinander zu verbringen. Dazu wiederholen sie ihre Hochzeitsreise nach Schottland.

Auf einem Spaziergang entdeckt Claire dann einen Steinkreis, der eine rituelle und kulturelle Bedeutung zu haben scheint. Als sie einige Tage später nochmals an den Ort zurückkehrt, wird sie sozusagen von dem Stein „eingesaugt“ und landet zwar am gleichen Ort, aber in einer anderen Zeit: Im 18. Jahrhundert.

So weit, so seltsam. Wer meinen Blog verfolgt, wird merken, dass ich eigentlich nicht so auf Fantasy und Übernatürliches stehe. Aber wenn man sich ein wenig auf die Geschichte einlässt, kommt man über diese seltsame Zeitreise hinweg, versprochen.

Denn nun beginnt erst das, was diesen Roman ausmacht: Claire gerät mitten in die Kriege um die englische Thronfolge (also in den Krieg zwischen England und Schottland) und in tödliche Gefahr, als Frau alleine in den Highlands und das auch noch „leicht bekleidet“ (=Sommerkleid).

Dabei lernt sie Jamie Fraser, einen (natürlich) sehr gut aussehenden Schotten kennen und verliebt sich in ihn.

Aber auch auf Seiten der Engländer trifft sie auf illustre Gestalten, so zum Beispiel auf den Kommandanten Jack Randall, einen Vorfahren ihres Mannes, der sich praktischerweise am Anfang der Reise mit Ahnenforschung beschäftigt hat und den sie deshalb gewissermaßen „schon kennt“.

Das hört sich jetzt alles relativ trocken und gleichzeitig kitschig an, aber das ist es gar nicht!

„Feuer und Stein“ besticht durch historische Korrektheit, nicht vorhersehbare Wendungen und ein hohes Tempo. Wenn ich einmal angefangen habe, dieses Buch zu lesen, vergesse ich die Zeit und tauche ganz ein die Geschichte von Claire und Jamie.

Claires Wissen aus dem 20. Jahrhundert hilft den schottischen Rebellen natürlich enorm weiter. Vor allem in medizinischer Hinsicht, denn Claire ist Krankenschwester und von Penicillin hat man noch nie etwas gehört.

Aber auch für sie ist es schwer, Jamie vor den unheildrohenden Mächten zu schützen, denn ihr Geliebter ist ein Geächteter und auf sein Leben ein Kopfgeld ausgesetzt.

Dabei sind die beiden so zuckersüß zusammen und ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so ästhetische und romantische Liebesszenen gelesen, die respektvoll Abstand wahren und völlig frei von Kitsch sind.

Die Highland- Saga wurde nach „Feuer und Stein“ übrigens noch in 7 Bänden fortgesetzt, das Leben von Claire und Jamie hält also noch einiges für die beiden und den Leser bereit.

Trotzdem ist das Buch in sich komplett abgeschlossen, auch wenn das Ende dann wahrscheinlich nicht sehr befriedigend ist, sondern auf jeden Fall Lust auf mehr macht.

Insgesamt muss man wirklich sagen, dass die Story mit dieser Zeitreise schon sehr absurd ist. Aber wenn man sich auf diesen Fakt zugunsten der Geschichte einlässt und mit Claires Augen und dem Wissen des 20. Jahrhunderts in das Schlachtengetümmel des 18. Jahrhunderts blickt, dann erlebt man eine wunderschöne Geschichte, eine große Liebe.

Und erfährt nebenbei sehr viel über historische Umstände dieser Zeit, da Claire diese (genau wie der Leser) erst lernen muss.

Ein wirklich außergewöhnliches Buch, eine Mischung aus Fantasy, historischem Schinken und Liebesroman. Das alles auf einem angemessen hohen sprachlichen Niveau, gespickt mit vielen gälischen Ausdrücken, die das Ganze noch authentischer machen. Seit ich das Buch zugeklappt habe, juckt es mich in den Fingern, sofort nochmal alle anderen Bände auch zu lesen. Die Geschichte fesselt einen und berührt einen mitten im Herz.

Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch. Es ist einfach wunderbar.

5 von 5

Titel: Feuer und Stein
Originaltitel: Outlander
Autor: Diana Gabaldon
Übersetzer: Elfriede Fuchs
ISBN-13: 978-3442361052
Seitenzahl (Taschenbuch): 800 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum der Ausgabe: 1. Mai 2004

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